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Namibia

Bicycling the worldMit dem Fahrrad in USA, Skandinavien und Afrika

Marokko 2009

Tunesien 2008

Ja, Tunesien war immer schön, manchmal auch schön abenteuerlich... Aber jetzt mußte mal "was Neues" sein, möglichst afrikanisch und wieder schön abenteuerlich... Also, was lag näher, als mal Marokko zu befahren? Mit vielen Tipps vom Marokko-per-Rad Forum bin Ich also am 3.11.2009 in Agadir eingefallen. Die “Bastelstunde” am Flughafen (Fahrrad reisefertig machen etc.) mit anschließender Zollzeremonie ist total unkompliziert verlaufen. Anschließend hab ich am Flughafen noch Geld gewechselt - auch problemlos.Stichwort Geld: Gibt es in dem großen Marokko eigentlich irgendeine Bank, die Travellerchecks tauscht? Wer was weis, kann mir ne Email schreiben, ich bau den Tipp dann hier ein! Ich bin im Verlauf meiner Tour bei 10 Versuchen an 10 Banken 10x abgeblitzt... also, liebe Afrikaneulinge, nehmt genug Cash mit!Entgegen den Behauptungen der deutschen Bankangestellten werden Travellerchecks NICHT in jeder Bank und jedem Land angenommen! Laßt Euch nicht ins Boxhorn jagen und nehmt genügend Bargeld mit! Für Tunesien gilt das Gleiche.Weil ich also in Agadir um 14.00 h mit Allem fertig bin, fahre ich noch bis Tiznit. Dort gibts einen schönen Campingplatz (am Kreisverkehr rechts, direkt vor der Stadtmauer) und mehrere Hotels (sind alle übersichtlich um den Kreisverkehr verteilt). Leider ist der ruhig gelegene Campingplatz komplett mit grobem Schotter belegt, also zum Zeltcamping eher ungeeignet.Am nächsten Morgen gehts weiter über Bou Izarkane auf die R 102. Ab dem Abzweig auf die R 102 wird der Verkehr schlagartig weniger. Das Fahren ist deutlich angenehmer als auf der großen Straße nach Süden! Auf der R-102 hab ich auch bald meinen ersten marokkanischen „Pass“ befahren. Es ging immerhin auf 1000 m. Kurz und schmerzlos. Die Landschaft wurde bald sehr abwechslungsreich, steinige Steppe wechselt sich mit grünen Hügeln, kakteenbewachsenen Gebieten und kleinen Oasen ab. Die Oase Targhjicht setzt Allem die Krone auf: Die Palmen stehen neben der Straße so dicht zusammen , daß es unmöglich ist, weiter als 10 m in diesen Wald hinein zu sehen. Ich hab dort etwas eingekauft und bin dann noch etwas gefahren, bis ich die passende Stelle zum Campen gefunden habe...Am nächsten Tag fahre ich bis Tata, der Rückenwind machts möglich. Weil der örtliche Campingplatz zu Ehren der Wohnmobilcamper komplett betoniert ist, übernachte ich im Hotel „Relais de Sables“. Relativ teuer, aber gute Zimmer und gutes Essen.In Foum Zguid hab ich dann nen Großeinkauf gemacht und anschließend gings auf die Piste nach M´hamid. Ich bin froh, daß ich vollgefedert fahre. Die ersten 20 km sind recht holprig, mit vielen faustgroßen Kieselsteinen, streckenweise auch Sandverwehungen. Das Ganze wird dadurch noch interessanter, daß es ab und zu mal ne Rampe hoch- oder runter geht. Die Piste über den Iriki ist allerdings vom Allerfeinsten: Topfebener, harter, relativ glatter Boden, da kann man ja fast schon mit dem Rennrad fahren. Abends baue ich mein Zelt neben der Piste auf einer Düne auf und übernachte unter 1000 Sternen. Am nächsten Tag gibts zum Schluß, kurz vor M´hamid, noch 4 km Fechfech, die streckenweise unfahrbar sind. In M´hamid hab ich mir 2 Tage Pause gegönnt. Diese Stadt IST AFRIKA! Wer von Norden über die Piste kommt, wie ich, verläßt in Foum Zghuid die übliche Zivilisation und kommt in M´hamid in einer anderen, afrikanischen, Zivilisation an. So habe ich es empfunden. Weiter gings über die N9 nach Zagora, durchs Draatal und bei Tazzarine auf die nächste Piste, von Targhbalt nach Taouz. (Targhbalt ist auf der Michelinkarte Nr. 742 an der falschen Stelle!)Hier war auch wieder für Jeden was dabei, anfangs steinige Gebirgspisten, weite glatte Schwemmtonebenen, und etwas Sand. Kurz vor Ramlia wieder viiiieel Sand: 6 km Fechfech, viel Schieben, wenig Fahren. Ramlia selbst besteht aus einigen Oasengärten, einigen Lehmhäusern, einer Moschee und einer Tankstelle die die auch Restaurant, Auberge und Lebensmittelladen ist. Nach 2 kalten Cola fahre ich weiter: die Piste ist bald wieder gut fahrbar. Es gibt noch einige kurze Sandpassagen, die aber fast alle mit Anlauf passierbar sind. Die letzten 20 km nach Taouz sind etwas holprig und kurvig, aber nichts Kompliziertes mehr. Diese Piste ist 170 km lang, unterwegs kann man mit dem Fahrrad die große Einsamkeit finden. Aber andererseits gibts genug Dörfer und Campingplätze in Pistennähe. Das Ganze hat schon was Surreales: keine festen Straßen, nur Pisten, aber mitten im Nirgendwo taucht plötzlich ein komplettes Dorf auf...Die Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln müßte unterwegs ggf. also möglich sein, die Einheimischen leben ja auch von irgendwas.Direkt hinter Taouz fängt die Asphaltstraße an. Ich fahre noch einige Kilometer bis nach Merzouga wo ich im “Camping Ksar Sania” mein Zelt aufbaue. Der Platz ist französisch geführt, absolut sauber und liegt direkt an den großen Dünen vom Erg Chebbi.Weiter gehts über Tinedjad und durchs Dadestal. Und es geht bergauf. Dank dem Rückenwind kaum spürbar, aber ich bin auf dem Weg in den Atlas. Morgens in Merzouga zeichnete sich die Gebirgskette noch als schmaler zackiger Saum am Horizont ab. Aber Abends in Tinedjad ist er deutlich zu sehen, der Atlas. Westlich und nördlich von mir erhebt sich das Gebirge immer imposanter! Auf dem Weg zum Tiz´n Tichka hab ich ab Ouazazate die Nebenstrecke genommen... Das ist dann “Urlaub für Fortgeschrittene”! Die Straße geht etwa nach 20 Km in eine Piste über. Die ist streckenweise fast unfahrbar steil, nur um hinter der nächsten Kurve wieder die eben mühsam erarbeiteten Höhenmeter zu verlieren. Wobei die Gefällesektionen auch keine Entlastung sind, ich fahre bergab genau so langsam wie bergauf. Zu scharf sind die Gesteinskanten, zu tief die Löcher in der Piste, daß ich irgendwas riskiere. Außer mir sind auch nur noch wenige Einheimische zu Fuß oder mit ihren Eseln unterwegs. So fahre ich Kilometer um Kilometer vor mich hin, und genieße die Landschaft. Langsam und beschwerlich windet sich die Piste immer höher. Im Verlauf werden mit großen Baggern an 2 Stellen gerade riesige Felsbrocken aus dem Weg geschoben, vermutlich als Folge von Erdrutschen. Beide Male habe ich etwa 45 min Zwangspause, bis der Weg wieder passierbar ist. Die Landschaft und die Dörfer, die teilweise wie Schwalbennester am Berg kleben, sind einmalig! Die Piste allerdings auch. Es gibt sicher viele Möglichkeiten sich zu quälen, aber das hier ist die gründlichste Methode! Beim nächsten Mal werde ich die Piste in umgekehrter Richtung, bergab, befahren. Ist vielleicht etwas einfacher...Ich bin abends noch bis Telouet gefahren, habe da im “Hotel Restaurant Telouet” übernachtet. Das Zimmer sollte 300 Dhm ohne Frühstück kosten, ich einige mich mit dem Hotelbesitzer auf 150Dhm mit Frühstück. Am nächsten Morgen kostet das Frühstück dann noch 20 Dhm extra... (warum nur hatte ich hier das Gefühl, übers Ohr gehauen zu werden??) So was hab ich in ganz Marokko nicht wieder erlebt!Am nächsten Tag gings ab dem Tiz´n´Tichka bergab, abends komme ich in Marrakesch an, wo ich 2 Tage bleibe. Wow- diese Stadt hat was! Die Neustadt ist langweilig, könnte auch in Südfrankreich stehen. Aber die Medina, um den Jama al Fnaa, ist der Hammer. Abends ist der Jama al Fnaa die Bühne für alle Künstler, Gaukler, Musikanten, Zigarettenverkäufer etc. Tagsüber ist es dort fast langweilig. Dann wird der Platz von Schlangenbeschwörern, Wasserverkäufern und Schuhputzern bevölkert. Hier und in den engen Gassen der Medina tobt das orientalische Leben in all seinen Facetten. Dazu gehören leider auch Armut und Krankheit. Es gibt viele Männer und Frauen die -durch Behinderungen oder Krankheit arbeitsunfähig- ihren Lebensunterhalt als Bettler verdienen.Der Rest ist schnell erzählt: Von Marrakesch fahre ich Richtung Küste weiter, auf der N7. An der ganzen Strecke gibts nur wenige Übernachtungsmöglichkeiten. Weil ich morgens vor der Abfahrt in Marrakesch zu lange herumgetrödelt habe, strande ich im Dunkeln in Sidi Smail. Es gibt dort weder Hotels noch Campingplatz. Frei zelten geht auch nicht, überall Ackerbau und Viehzucht... So frage ich an der örtlichen Gendarmerie Royale. Nach ca. 40 minütigem Frage- und Antwortspiel, in dessen Verlauf auch der örtliche Standortkommandeur aufläuft, bekomme ich die Erlaubnis,auf dem Parkplatz der Polizeistation zu zelten. Es gibt sicher ruhigere Zeltplätze, aber keinen, der sicherer ist!Angeblich gibt es einen Campingplatz 40 km weiter, in Al Jadida an der Küste. Ich hab da am nächsten Tag aber nur massenhaft Schwerindustrie und vermüllte Straßengräben entdeckt. Ab Safi wirds besser. Und auf den letzten 300 km bis Agadir gibts noch mal richtig was fürs Auge, rechts die tosende Brandung, links Hügel und vor mir abwechslungsreiche, kurvige, (und hügelige) Landstraße. In Agadir hab ich ein letztes Mal gecampt. Ich weis nicht mehr wie der Platz heißt, aber er ist im Norden Agadirs, südlich vom Hafen, kurz vor den Autoverleihern links. Für ein Großstadtcamp ist der Platz recht ordentlich, ruhig gelegen und wird auch gut bewacht. Zum Strand ist´s auch nicht weit, nur die 4 spurige Straße überqueren... Aber die WC´s und Duschen auf dem Camp- nee, nee, nee! Wer dort duschen möchte, sollte Gummistiefel dabei haben!! So ein “disaster area” hab ich bisher noch nicht gesehen! Sauber machen geht da nicht mehr. Man kann das ganze Sanigebäude eigentlich nur tutto kompletti auf die Müllhalde bringen und dann was Neues bauen. Am nächsten und leider letzten Tag gabs dann die Großstadtdröhnung: Viel Verkehr, viele Touristen, viele Einheimische, die mir irgendwelchen Kram verkaufen wollten-(natürlich zum extra günstigen Preis- nur für mich) und einige Kreisverkehre, die trotz Ampel und Verkehrspolizisten völlig verstopft waren.Am Abend des 27.11. fahre ich in Deutschland meine letzten 15 Kilometer nach Hause.Es war stürmisch, etwa 7° kalt, und geregnet hats auch!Willkommen zurück in Deutschland!Das war meine erste Tour durch Marokko!Aber bestimmt nicht die Letzte!

Nachmitags rolle ich aus dem Bauch der Fähre, die mich in den vergangenen 24 Stunden von Genua nach Tunis gebracht hat. Hinter mir fahren noch Unmengen von Motorrädern und Allradfahrzeugen aus dem Schiff. Nach 500 m Fahrt auf dem Hafengelände ist erst mal Schluß. Drei Zöllner kontrollieren meine Zollerklärung und wollen genau wissen, wohin ich mit meinem Fahrrad will und was ich alles bei mir habe. Auf meine Antworten ernte ich erst mal skeptische Blicke von ihnen. Nachdem ich endlich den Einreisestempel in meinen Pass gedrückt bekomme, ist die „Zollzeremonie“ für mich überraschend schnell erledigt und ich fahre die ersten Kilometer auf nordafrikanischem Boden. Eine Zeit lang überholen mich noch die vielen 4X4 und Motorräder,die mit mir auf der Fähre waren. Danach ist es für den Rest des Tages recht einsam auf der Straße, es sind nur wenige Einheimische unterwegs.Am nächsten Vormittag, nach gerade mal 50 km, liest mich ein Tunesier auf und lädt mich zum Abendessen bei ihm und seiner Familie ein. Boubaker fährt einen uralten Peugeot 504 Pick-up. Mein Fahrrad kommt auf die Ladefläche und ich nehme auf dem Beifahrersitz zwischen Einkäufen, Werkzeug und allerhand verölten Ersatzteilen Platz. In zügiger Fahrt geht es an Kairouan vorbei ins tunesische Bergland zu Boubakers Haus. Dort verbringe ich den Rest des Tages im Kreis der Familie. Boubaker und seine Frau können ein paar Brocken Deutsch, weil sie mal in Bonn gearbeitet haben. Die 2 Söhne sprechen etwas Schulfranzösisch. So entwickeln sich zuerst stockende, später recht flüssige deutsch-französisch-arabische Gespräche über Gott, Allah und die Welt drum herum. Und wo die gemeinsamen Sprachkenntnisse nicht ausreichen, wird mit Händen und Füßen nachgeholfen... Abends tischt Boubakers Frau ein opulentes Abendessen auf. Vieles sieht etwas gewöhnungsbedürftig aus, aber es schmeckt. Ich habe ohnehin keine Wahl. Weil ich auf dem Ehrenplatz am Kopfende des Tisches sitzen darf, stehe ich während des Essens quasi unter Beobachtung der gesamten Familie. Am nächsten Morgen fahre ich früh los, es stehen 157 km bis Gabes auf dem Plan! Ich komme dort um 18.30 Uhr in der Dämmerung an. Der Campingplatz in der Stadtmitte ist leer. Abgesehen von dem Polizisten der den Platz bewacht, und mir. Morgens werde ich vom lautstarken Gesang der Muezzins in den Moscheen der Stadt geweckt. Was bei uns die Kirchenglocken sind, ist hier der Gesang des Muezzins, der über Lautsprecher (mit imposantem Klirrfaktor!) die ganze Stadt beschallt und so die Gläubigen zum Gebet ruft. Für mich ist es der Weckruf. Auf meinem Weg aus Gabes heraus in Richtung Süden komme ich noch an einigen Märkten vorbei, wo ich mich für den Tag mit Trinkwasser und Früchten versorgen kann. Die ersten 40 km nach Süden auf der GP1, der Hauptverkehrsader nach Libyen, sind mörderisch. Die vielen, mindestens 30 Jahre alten, libyschen Altbau- LKW und PKW, drängen alle auf der viel zu engen Straße in Richtung Libyen Es geht zu, wie auf dem Rummelplatz. Wahre Männlichkeit zeigt sich hier offensichtlich beim gegenseitigen Abdrängen, Überholen vor unübersichtlichen Kurven und besonders bei beim Überholen, wenn LKW im Gegenverkehr auf der viel zu schmalen Straße auftauchen! Es riecht riecht nach Dieselabgasen, mir bleibt fast keine Luft zum Atmen. Nach 40 km kann ich endlich von dieser Rennstrecke abbiegen. Die ruhige Nebenstraße bringt mich zu der Fähre, mit der ich nach Djerba übersetze. Die Insel empfängt mich mit sauberer, klarer Seeluft und einem schönen Sonnenuntergang. Als ich um 20.00 Uhr etwa 10 km östlich von Houmt- Souk im Hotel „Dar Ali“ einchecke, ist es schon stockdunkel. Nach 1 Tag auf Djerba geht es über Nebenstrecken weiter durch Ben Guerdane an der tunesisch-libyschen Grenze bis kurz vor Kichau. Dort campiere ich auf einem abgelegenen Bauernhof. Die nette Landwirtsfamilie lädt mich schließlich noch zu Abendessen und Minztee ein. Am nächsten Tag wird die Landschaft deutlich „wüster“, ich fahre an den ersten Dünen vorbei. Auf einer Nebenstrecke bei Tataouine steht der mächtige Ksar Ouled Soltane. Diese Speicherburg bot lange Zeit Schutz und Lebensraum für seine Bewohner. Heute ist sie vor allem eine Touristenattraktion und Freilichtmuseum. Am nächsten Tag geht´s auf der einzigen verbleibenden Straße weiter nach Süden. Rechts und links von mir breitet sich Wüste aus, die Landschaft besteht nur noch aus Sanddünen und trockenem Gestrüpp. In der Ferne stehen einige kahle Tafelberge. Kurz vor Bir Amir wollen 2 Nationalgardisten meine Papiere kontrollieren. Ich habe keine Genehmigung für das Sperrgebiet, das wenige Kilometer weiter südlich beginnt. Als ich den Beiden meinen Plan erkläre (von Bir Amir zur Pipelinepiste, nach Ain Sebat, Ksar Ghilane, Douz, etc, ohne das Sperrgebiet zu betreten), ernte ich ungläubige und mißtraurische Blicke- sie können sich nicht vorstellen, daß so etwas mit dem Fahrrad möglich ist. Schließlich kann ich die Beiden von der Ernsthaftigkeit meiner Angaben überzeugen. Sie ermahnen mich dann noch mehrmals, genug Wasser und Nahrung mit in die Wüste zu nehmen. Nach 30 Minuten darf ich endlich weiter fahren. Direkt hinter Bir Amir hört dann auch die Asphaltstraße auf. Mit reduziertem Reifendruck fahre ich die ersten 48 km Offroad. Die Piste ist anfangs gut präpariert, aber bald verschwinden die Reifenspuren streckenweise unter Wanderdünen. Wenig später verliert sich die Piste einfach zwischen Sand- und Geröllfeldern. Ich fahre weiter in westliche Richtung, folge nur noch meinem GPS. Mit radikal reduziertem Luftdruck und den breiten 2,25 Zoll- Reifen geht es auch auf Sand und Geröll noch erstaunlich gut vorwärts! Abends steht mein Zelt auf dem „Gipfel“ einer Düne. Das Wüstenpanorama in der untergehenden Sonne ist gigantisch: Sicheldünen bis an den Horizont, dazu völlige Ruhe. In der klaren Luft stehen tausende Sterne über mir, ab und zu zieht eine Sternschnuppe ihre lautlose Spur über den Nachthimmel- Saharafeeling pur! Am nächsten Tag breitet sich nach weiteren 8 km durch Sand und Geröll endlich die Pipelinepiste vor mir aus. Diese gut präparierte, etwa 5 m breite Piste verläuft parallel zu einer Ölpipeline von Bordj El Kadra an Tunesiens Südspitze bis zum Ölhafen bei Skhira an der Ostküste. Die Pipeline ist bis auf einige Pumpstationen unsichtbar im Wüstenboden verlegt. 30 km weiter nodwestlich rolle ich in Ain Sebat ein. Die Oase besteht eigentlich nur aus dem Campingplatz, und einem Palmenwald. Dieser Ort ist das absolute Gegenteil vom etwa 40 km weiter nördlich liegenden Ksar Ghilane, wo ich am folgenden Tag mein Zelt aufstelle. Ksar Ghilane ist inzwischen recht kommerziell, sie besteht im aus einem dichten Dattelpalmenwald mit 2 Campingplätzen und einem Thermalteich unter Palmen. Heißes Wasser in der Wüste, in seiner natürlichsten Form... Ksar Ghilane ist die bekannteste der tunesischen Oasen und so eine Art inoffizieller Treffpunkt für Wüstenfahrer! Ich nehme mir hier 1 Tag „Fahrradfrei“ und überprüfe erst mal sämtliche Schraubverbindungen, Speichen und die Schaltung an meinem MTB. Schließlich sind es von hier noch 140 km bis zur nächsten Stadt, davon führen die ersten 80 km wieder über einsame, buckelige Sandpisten! Nachmittags erkunde ich die Oase zu Fuß. In den beiden Camps ist permanent etwas los! Ständig kommen Wüstentouristen mit Motorrädern und Geländewagen (oder auf dem Fahrrad) an, die Geräuschkulisse würde jeder Rallye zur Ehre gereichen... Tatsächlich war Ksar Ghilane ein Etappenziel der Dakar- Rallye 2003. Auch in diesem Jahr bereiten sich hier einige Rallyeteams auf das lange Wüstenrennen vor... Am Rand der Oase parken die riesigen Servicetrucks im Wüstensand. Die Autos und Motorräder stehen auf dem Campingplatz, ohne Zaun und ohne Bewacher. Die Fahrer sitzen abends zusammen am Thermalteich... Das ist Rennsport zum Anfassen! 2 Tage später rolle ich in Douz ein. Für mich die erste Stadt seit 5 Tagen! Auf dem Markt kann ich endlich wieder frische Lebensmittel und Trinkwasser kaufen!Als ich mich wenig später auf dem örtlichen Campingplatz einrichte, treffe ich Andreas und Anja wieder. Wir hatten uns auf der Fähre kennengelernt. Die Beiden waren mit ihrem Motorrad auch in der Nähe von Ksar Ghilane unterwegs und sind jetzt auf dem Rückweg nach Tunis. Wir haben uns viel zu erzählen und mit tunesischem Bier und Geschichten aus der Wüste vergeht der Abend viel zu schnell... Für mich geht esm nächsten Tag weiter durch den Chott el Jerid. Ich umfahre diese Salzwüste auf der südlichsten Straße, bis zur algerischen Grenze. Die Straße verläuft parallel zur Grenze in Sichtweite der algerischen Grenzstationen und Patrouillen. Ich habe wieder Glück mit dem Wind, er schiebt mich an einem Tag von Matrouha bis Tozeur. Die Stadt markiert für mich jedes Mal den Abschied vom wilden tunesischen Süden, von Sahara, Sandpisten und Oasencamping. Die weitere Strecke bringt mich durch Gafsa und nach Kairouan, wo ich mir mal wieder ein Hotel gönne. Die Stadt ist neben Mekka das zweitgrößte islamische Glaubenszentrum. In den engen und verwinkelten Altstadtgassen gibt es einen großen Markt, viel Gedränge, viel orientalisches Gewirr und viele Moscheen. Der Markt gibt alles her, vom Mobiltelefon bis zur Wasserpfeife!Auf den letzten 200 km nach Tunis fährt dann schon ein bischen Wehmut mit, weil ich dieses Land und seine freundlichen Bewohner nach 20 Tagen wieder verlassen muß. Allen Unkenrufen zum Trotz bin ich hier immer freundlich und zuvorkommend behandelt worden, niemand wollte mich entführen oder bestehlen. Ich hatte nicht mal eine Reifenpanne! Und ich komme wieder! Im nächsten Urlaub!

Namibia 2014

Fast 2 Jahre sind seit meiner letzten Marokkotour vergangen. Und nach all den schönen Touren durch USA, Mexico, Tunesien und Marokko wardie Zeit reif für ein neues Land mit neuen Herausforderungen: NamibiaEnde Oktober 2014 war es dann endlich so weit.Nach einem 10 stündigen Nachtflug kam ich mehr oder weniger ausgeruht in Windhuk an und nach einer anschließenden 3 tägigen PKW Tour durch den Etosha Park ging es dann endlich richtig los. Nachmittags habe ich meinen Hyundai in Otijowarongo abgegeben und aus dem bis dahin im Kofferraum deponierten Fahrrad und Gepäck- Puzzle mein MTB zusammengebaut und beladen. Die ersten Kilometer sind ungewohnt, der Linksverkehr fühlt sich auf dem Fahrrad noch merkwürdiger als im Auto an. Ist aber fast egal, denn außerhalb der Stadt bin ich auf der großen Straße fast allein. Nach einigen Kilometern biege ich links in Richtung Waterberg Plateau ab. Die anfangs breite Straße verengt sich immer mehr und wird schließlich zu einer Schotterpiste. Am ersten Campingplatz ist für den Tag Endstation. Das von einer schweizer Familie geführte Rockweaver Camp liegt auf einer Anhöhe. Von meinem Stellplatz habe ich eine schöne Aussicht über die Gegend. Die weitere Piste fährt sich am Beginn des nächsten Tages recht gut, entwickelt sich aber mehr und mehr zur ersten Belastungsprobe für Fahrer und Fahrzeug. Der Untergrund wird immer staubiger, die Luft ist extrem heiß und trocken. Den nächsten Abend campe ich auf einer Farm. Die schwarzen Besitzer sind erst überrascht, dann sehr freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit. Abends tobt sich in der Nähe ein Gewitter aus und ich bin froh, einen windgeschützten Stellplatz auf "meiner" Farm zu haben. Der nächste Tag auf der Waterbergpiste hat es in sich: Der Boden besteht streckenweise aus sehr lockerem Sand und es gibt kilometerlange Passagen in knöcheltiefem lockerem Sand, dann wieder faustgroße Kieselsteine. Zur Auflockerung wird die Piste ab und zu von Trockenflüssen mit tiefem Sand und anschließenden kurzen knackigen Steigungen gekreuzt. Am Nachmittag mündet die Piste endlich wieder auf eine Asphaltstraße, mit dem stärker werdenden Rückenwind lege ich die letzten 30 km nach Tsumeb auf abschüssiger Straße mit leicht laufendem Asphalt im Tiefflug zurück. Dummerweise ist die Gewitterfront hinter mir auch im Tiefflug in Richtung Tsumeb unterwegs. Ich komme mit den ersten dicken Regentropfen an der Tsumeb City Lodge an. Das Gewitter wächst sich schnell zu einem respektablen Unwetter mit reichlich Regen und Sturmböen aus. Ich bin froh daß ich an dem Abend nicht im Zelt wohne! Am nächsten Morgen ist von dem vielen Regen nichts mehr zu sehen, die Straßen sind genau so staubig wie vorher und nach einigen Anlaufschwierigkeiten scheint wieder die Sonne vom blauen Himmel. Tsumeb war einmal eine Bergarbeiterstadt. In der Nähe wurde reichlich Kupfererz gefördert. Nach etwa 100 km in nördlicher Richtung passiere ich in Oshivelo den Veterinary Disease Fence. Das ist ein Zaun mit diversen kontrollierten Checkpoints an den Hauptstraßen, der Namibias Südhälfte und ihre industrielle Landwirtschaft vom eher spärlich bewirtschafteten Norden trennt. Alle landwirtschaftlichen Erzeugnisse südlich des Zauns werden weltweit exportiert. Die wenige Landwirtschaft nördlich des Veterinary Disease Fence produziert nur für Namibia, weil im wilden Norden keine effektive veterinärmedizinische Kontrolle stattfindet. Nördlich vom Zaun sieht Alles anders aus. Gefühlt bin ich in ein anderes afrikanisches Land eingereist. Afrikaans und Englisch werden hier kaum noch gesprochen, die Stammessprachen dominieren die Kommunikation eindeutig. Die Dörfer scheinen noch kleiner, die Häuser in den Dörfern bestehen bis auf wenige Ausnahmen aus Wellblech oder Lehm. Die Nacht habe ich im Camp Okashana verbracht. Dieses recht schöne Camp ist etwa 85 km “nördlich vom Zaun” , 8 km abseits der B1, es gibt keine Hinweisschilder an der Straße! Ich habe es nur gefunden, weil meine GPS Karte einen entsprechenden Eintrag hatte. Abends tobt sich in der Nähe mal wieder ein Gewitter aus. Ich genieße es, auf der Veranda meiner Campinghütte zu sitzen und dem Donnergrollen zuzuhören. Ab und zu kommt eine Windböe vorbei und wirbelt den Sand vor meiner Hütte auf. In den nächsten Tagen stabilisiert sich das Wetter wieder. Zumindest über mir und vor mir halten die Wolken dicht. Nördlich von mir ist jeden Abend Wetterleuchten zu sehen. In Angola scheint schon die Regenzeit begonnen zu haben.Etwa 100 km vor Ruacana ist ein Stausee mit Campingplatz auf meiner Karte eingetragen. Dieses Camp habe ich für die Übernachtung auserkoren.-ein Stausee mitten in einer großen Ebene?? Merkwürdig....Aber was solls, this is Africa. Tatsächlich existiert der Stausee, er wird von 3 Seiten mit Deichen eingefasst. Der See wird wohl kaum 2 Meter tief sein, aber er hat reichlich Fläche. Die Sandpiste zum Camp ist auch schnell gefunden.Auf den Zielkoordinaten des Camps gibt es allerdings nur eine Farm und Tomatenfelder. Ich frage mich zum Farmhaus durch, wo ich von einer sehr netten weißen Familie aufgenommen werde. Das Camp gab es wirklich mal, es ist aber recht schnell der Trunksucht und dilettantischen Führung des weißen Managers zum Opfer gefallen. Ich bekomme einen Zeltplatz unter einem Blechdach zugewiesen, weil es hier auch schon die ersten starken Regenschauer gegeben hat. Mein Gastgeber fährt für mich 2 seiner Traktoren aus dem Weg, damit ich einen genügend großen Platz für mein Zelt habe. Die Einladung zum Abendessen lässt nicht lang auf sich warten und es wird ein netter Abend mit Familienanschluß, an dem ich viel über Namibia erfahre.Am nächsten Morgen werde ich von meinen Gastgebern nach dem Frühstück gut mit Proviant versorgt. Ich bekomme Kartoffeln Gurken und Tomaten, alle aus der eigenen Landwirtschaft. Der Weg nach Ruacana gestaltet sich recht einfach, auf den 100 Kilometern geht es im Wesentlichen geradeaus. In den wenigen Dörfern wird endgültig kein English mehr gesprochen, ich kann mich nur noch mit Händen und Füßen verständigen, was aber recht gut gelingt. In den Dörfern und auf der Landstraße laufen viele traditionell gekleidete Himbas herum, niemand scheint Notiz von ihnen zu nehmen.. Mittags halte ich am Abzweig nach Ruacana an Aiwis Supermarkt. Der Laden besteht im Wesentlichen aus einer Bar mit Poolbillard und vergitterter Theke. Sind wohl harte Sitten hier an der Grenze zu Angola... Ich bekomme das vorletzte Weissbrot, 2 Schachteln Kekse, 1 Flasche Cola, 4 Bananen und 1 Tüte Milchpulver. Mehr gibt der Laden nicht her. Draußen auf der Veranda mache ich mich sofort über Cola und Kekse her. Nach kurzer Zeit kommen 2 Kinder irgendwo her. Die vielleicht 5-6 jährigen Knirpse helfen mir beim Kekse essen, so gut sie können...Nach dieser Pause gehts weiter Richtung Hippo Pool und Kunenepiste. Diese Piste schlängelt sich am Kuneneriver, direkt an der Grenze zu Angola entlang. Die Straße fällt auf den 20 km von Ruacana zum Hippo Pool um etwa 1000 Meter ab, es geht zügig durch schnelle Kurven bergab.Der Hippopool ist ein kleiner See, der vom Kunene River gespeist wird, welcher hier vom angolanischen Hinterland kommend durch ein Wasserkraftwerk auf namibischer Seite fließt und dann auf seinem Weg zum Ozean die Grenze zwischen Angola und Namibia bildet. Hippos gibt es im Hippo Pool schon lange nicht mehr, dafür um so mehr Krokodile. Die größten sind angeblich 800 kg schwer und 5 Meter lang. Tatsächlich zeigt sich kurz ein Krokodil am anderen (angolanischen?) Ufer... Das Gewicht kann ich natürlich nicht nachprüfen, aber es war SEHR LANG!!Nachdem ich am Hippopool eine Foto- und Picknickpause gemacht habe regnet es mal wieder. Anfangs sind es nur wenige kleine Tropfen, die aber schnell mehr und größer werden. Die Piste die ich weiter nach Westen in Richtung Epupa fahren will, wird im Regen sehr glitschig. Der Untergrund aus Kieselsteinen und Kalkfelsen gibt den Reifen überhaupt keinen Halt, Lenken und Bremsen ist fast nicht mehr möglich. So geht es also nicht weiter. Ich halte wieder an und überdenke meine Tourplanung. Auf dieser Piste entlang des Kunene River bin ich für 2-3 Tage alleine unterwegs und ein gebrochenes Handgelenk als Folge eines Sturzes würde mich auch nicht glücklicher machen als ich es jetzt bin. Also trete ich schweren Herzens den Rückzug nach Ruacana an. Es ist einfach eine Sicherheitsentscheidung, die Kunenepiste nicht zu fahren. In Ruacana übernachte ich in der einzigen Lodge im Dorf. Den Rest des Tages setzt es immer wieder kurze heftige Regenschauer.Am nächsten Tag gehts nach Süden, in Richtung Opowo. Die ersten 85 km fahre ich auf einer Piste, neben der gerade eine Asphaltstraße gebaut wird. Die Baustelle erstreckt sich über die letzten 70 km der Piste und bietet alle Zwischenstadien des namibischen Straßenbaus. Meistens ist die Oberfläche so schön glatt und verdichtet daß ich dort deutlich besser fahren kann als auf der eigentlichen Piste. Die Bauarbeiter sind völlig tiefenentspannt wenn ich zwischen ihnen und ihren Baufahrzeugen durchfahre. Abends um 20.00 rolle ich in Opowo ein und finde nach einigem Suchen ein Bed&Breakfast für die Nacht. Die Stadt hat einen Campingplatz, aber aufgrund der merkwürdigen Gestalten die dort herumstehen, ziehe ich ein Zimmer vor. Am nächsten Tag reite ich weiter richtung Sesfontein. Die ersten 3 km auf Asphalt, hinter der Stadtgrenze wieder auf weichem staubigem Schotter. Die Piste windet sich über Berge und um Kurven. Durch abwechslungsreiche Landschaft. Die Piste ist anspruchsvoll zu fahren, weil der weiche Untergrund ständig bremst. Der Tag wird mal wieder heiß, mittags rumpelt hinter mir ein Gewitter. Die Fernsicht ist unbeschreiblich. Fahrzeuge sind schon von weitem an ihrer Staubfahne zu erkennen. Die Piste windet sich unmerklich höher und höher. Am späten Nachmittag gibts die Belohnung: nach 3 letzten brutalen Anstiegen um 25 Prozent, die ich schiebend bewältige, erreiche ich den Otijomatemba Pass. Von dort geht es die letzten 60 km bis zum Redrocks Camp vor Sesfontein fast nur bergab, der Wind hat inzwischen gedreht und treibt mich vor sich her. Um 19.00 Uhr in der Dämmerung erreiche ich das Redrocks Camp. Alles ist ordentlich und sauber, der Campmanager begrüsst mich sehr herzlich und zeigt mir stolz die von ihm gebauten solarbeheizten Warmwasserduschen und WCs die alle nach oben offen sind. Beim Duschen gibts also den Sternenhimmel gratis dazu. Alles hier sieht etwas improvisiert aus, aber sauber und liebevoll gepflegt. Ich bin der einzige Gas an diesem Abend... Die weitere Piste nach Palmwag unterscheidet sich kaum von der gerade Gefahrenen. Es gibt wieder viele Berge, viele Kurven, weichen Belag der mir förmlich die Kraft aus dem Hinterrad saugt. Das Camp Palmwag entschädigt für die Quälerei, es ist ein Luxuscamp mitten im Nirgendwo. In der ersten Nacht stapft eine Elefantenfamilie durch das Trockenflussbett 50 m von meinem Zelt entfernt. Ich bleibe noch einen Tag länger, geniesse die Annehmlichkeiten der Zivilisation und gehe Tags und Abends auf Fotosafari. Die weitere Piste nach Kamanjab ist fix abgehandelt: bergig, einsam, trocken u staubig. Ab und zu stehen Giraffen, Zebras und Kudus an der Piste.Kamanjab ist eine Offenbarung für mich: das 1000 Einwohnerdörfchen ist nach der Zeit in der Steppe für mich wie eine Großstadt mit 2 Supermärkten, wo es kalte Cola, Eis, Bananen, einfach alles was das Herz begehrt, gibt! Ich campe für 3 Tage im Oppikoppi Camp. Dort gibts einen Swimmingpool, schöne Zeltplätze, saubere ordentliche Duschen und ein Restaurant. Dieser Platz ist DER Overlandertreff in Nordnamibia, ich habe mich dort sehr wohl gefühlt.Kurz hinter Kamanjab hatte ich das Glück, ein Himbadorf besuchen zu dürfen. Es hat sich natürlich schnell ein Führer unter den Himbas gefunden, der mich herumführt und mir die Himbakultur erlärt. Danach gibts erst mal wieder Wildnis. Ich fahre Richtung Otijowarongo. Kurz vor der Stadt übernachte ich auf einem gemütlichen kleinen Campingplatz. Weiter geht es in Richtung Swakopmund. Die Strasse will nicht enden... Nach weiteren 3 Tagen komme ich nachmittags am Strand von Swakopmund an...Ich genieße einen Moment die kühle Meeresbrise und das Brandungsrauschen. Danach mache ich mich auf Unterkunftsuche. Ich checke schließlich im Dunedin Star ein. Etwas teuer, aber sauber. Swakopmund hat viele Fachwerkhäuser, Jugendstilbauten, deutsche Schulen und Kindergärten, eine Adlerapotheke, das Hotel zum Kaiser, die Hansa-Brauerei und eine Schwarzbrotbäckerei. Für mich ist es die deutscheste aller Städte in Namibia. Aber da war doch noch was...... Die Wüste! Für mich ist es die langweiligste Wüste die ich bis jetzt gesehen habe. Auf den letzten 90 km nach Swakop fuhr ich durch eine wahre Mondlandschaft in der 2 Uranminen rechts und links der Straße sind. Hier an der Küste kann man allerhand Fahrzeuge für begleitete Kurztrips in die in meinen Augen recht unspektakuläre Wüste mieten, selbst einen Anbieter für geführte Dromedarsafaris gibt es. Auf eigene Faust ist aber leider alles verbotenAnsonsten ist nicht viel los in der Stadt, ich fand sie langweilig. Am nächsten Morgen bin ich mit einem Bus die ersten 170 km bis Karibib zurück gefahren. Ab da gehts wieder mit dem Fahrrad weiter. Und plötzlich wird mir klar, daß mein Urlaub nicht mehr so lange dauern würde... Windhuk kommt immer näher. Auf der Stadtautobahn kurz vor Windhuk bekomme ich dann noch meine ersten und einzigen 2 Reifenpannen. Etwa 40 km hinter der Stadt auf ca 1800 m Höhe verbringe ich die letzten 2 Tage in Namibia auf einem schönen Farmcamp.Ich komme in Deutschland bei 5 Grad und Nieselregen an. Bald hat mich der Alltag wieder....