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Mexico

Bicycling the worldMit dem Fahrrad in USA, Skandinavien und Afrika

Titandesert 2010

Marokko 2009

Ich bin am 3.11.2009 in Agadir eingefallen. Die “Bastelstunde” am Flughafen (Fahrrad reisefertig machen etc.) mit anschließender Zollzeremonie ist total unkompliziert verlaufen. Anschließend hab ich am Flughafen noch Geld gewechselt - auch problemlos.Stichwort Geld: Gibt es in dem großen Marokko eigentlich irgendeine Bank, die Travellerchecks tauscht? Wer was weis, kann mir ne Email schreiben, ich bau den Tipp dann hier ein! Ich bin im Verlauf meiner Tour bei 10 Versuchen an 10 Banken 10x abgeblitzt... also, liebe Afrikaneulinge, nehmt genug Cash mit!Entgegen den Behauptungen der deutschen Bankangestellten werden Travellerchecks NICHT in jeder Bank und jedem Land angenommen! Laßt Euch nicht ins Boxhorn jagen und nehmt genügend Bargeld mit! Für Tunesien gilt das Gleiche.Weil ich also in Agadir um 14.00 h mit Allem fertig bin, fahre ich noch bis Tiznit. Dort gibts einen schönen Campingplatz (am Kreisverkehr rechts, direkt vor der Stadtmauer) und mehrere Hotels (sind alle übersichtlich um den Kreisverkehr verteilt). Leider ist der ruhig gelegene Campingplatz komplett mit grobem Schotter belegt, also zum Zeltcamping eher ungeeignet.Am nächsten Morgen gehts weiter über Bou Izarkane auf die R 102. Ab dem Abzweig auf die R 102 wird der Verkehr schlagartig weniger. Das Fahren ist deutlich angenehmer als auf der großen Straße nach Süden! Auf der R-102 hab ich auch bald meinen ersten marokkanischen „Pass“ befahren. Es ging immerhin auf 1000 m. Kurz und schmerzlos. Die Landschaft wurde bald sehr abwechslungsreich, steinige Steppe wechselt sich mit grünen Hügeln, kakteenbewachsenen Gebieten und kleinen Oasen ab. Die Oase Targhjicht setzt Allem die Krone auf: Die Palmen stehen neben der Straße so dicht zusammen , daß es unmöglich ist, weiter als 10 m in diesen Wald hinein zu sehen. Ich hab dort etwas eingekauft und bin dann noch etwas gefahren, bis ich die passende Stelle zum Campen gefunden habe...Am nächsten Tag fahre ich bis Tata, der Rückenwind machts möglich. Weil der örtliche Campingplatz zu Ehren der Wohnmobilcamper komplett betoniert ist, übernachte ich im Hotel „Relais de Sables“. Relativ teuer, aber gute Zimmer und gutes Essen.In Foum Zguid hab ich dann nen Großeinkauf gemacht und anschließend gings auf die Piste nach M´hamid. Ich bin froh, daß ich vollgefedert fahre. Die ersten 20 km sind recht holprig, mit vielen faustgroßen Kieselsteinen, streckenweise auch Sandverwehungen. Das Ganze wird dadurch noch interessanter, daß es ab und zu mal ne Rampe hoch- oder runter geht. Die Piste über den Iriki ist allerdings vom Allerfeinsten: Topfebener, harter, relativ glatter Boden, da kann man ja fast schon mit dem Rennrad fahren. Abends baue ich mein Zelt neben der Piste auf einer Düne auf und übernachte unter 1000 Sternen. Am nächsten Tag gibts zum Schluß, kurz vor M´hamid, noch 4 km Fechfech, die streckenweise unfahrbar sind. In M´hamid hab ich mir 2 Tage Pause gegönnt. Diese Stadt IST AFRIKA! Wer von Norden über die Piste kommt, wie ich, verläßt in Foum Zghuid die übliche Zivilisation und kommt in M´hamid in einer anderen, afrikanischen, Zivilisation an. So habe ich es empfunden. Weiter gings über die N9 nach Zagora, durchs Draatal und bei Tazzarine auf die nächste Piste, von Targhbalt nach Taouz. (Targhbalt ist auf der Michelinkarte Nr. 742 an der falschen Stelle!)Hier war auch wieder für Jeden was dabei, anfangs steinige Gebirgspisten, weite glatte Schwemmtonebenen, und etwas Sand. Kurz vor Ramlia wieder viiiieel Sand: 6 km Fechfech, viel Schieben, wenig Fahren. Ramlia selbst besteht aus einigen Oasengärten, einigen Lehmhäusern, einer Moschee und einer Tankstelle die die auch Restaurant, Auberge und Lebensmittelladen ist. Nach 2 kalten Cola fahre ich weiter: die Piste ist bald wieder gut fahrbar. Es gibt noch einige kurze Sandpassagen, die aber fast alle mit Anlauf passierbar sind. Die letzten 20 km nach Taouz sind etwas holprig und kurvig, aber nichts Kompliziertes mehr. Diese Piste ist 170 km lang, unterwegs kann man mit dem Fahrrad die große Einsamkeit finden. Aber andererseits gibts genug Dörfer und Campingplätze in Pistennähe. Das Ganze hat schon was Surreales: keine festen Straßen, nur Pisten, aber mitten im Nirgendwo taucht plötzlich ein komplettes Dorf auf...Die Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln müßte unterwegs ggf. also möglich sein, die Einheimischen leben ja auch von irgendwas.Direkt hinter Taouz fängt die Asphaltstraße an. Ich fahre noch einige Kilometer bis nach Merzouga wo ich im “Camping Ksar Sania” mein Zelt aufbaue. Der Platz ist französisch geführt, absolut sauber und liegt direkt an den großen Dünen vom Erg Chebbi.Weiter gehts über Tinedjad und durchs Dadestal. Und es geht bergauf. Dank dem Rückenwind kaum spürbar, aber ich bin auf dem Weg in den Atlas. Morgens in Merzouga zeichnete sich die Gebirgskette noch als schmaler zackiger Saum am Horizont ab. Aber Abends in Tinedjad ist er deutlich zu sehen, der Atlas. Westlich und nördlich von mir erhebt sich das Gebirge immer imposanter! Auf dem Weg zum Tiz´n Tichka hab ich ab Ouazazate die Nebenstrecke genommen... Das ist dann “Urlaub für Fortgeschrittene”! Die Straße geht etwa nach 20 Km in eine Piste über. Die ist streckenweise fast unfahrbar steil, nur um hinter der nächsten Kurve wieder die eben mühsam erarbeiteten Höhenmeter zu verlieren. Wobei die Gefällesektionen auch keine Entlastung sind, ich fahre bergab genau so langsam wie bergauf. Zu scharf sind die Gesteinskanten, zu tief die Löcher in der Piste, daß ich irgendwas riskiere. Außer mir sind auch nur noch wenige Einheimische zu Fuß oder mit ihren Eseln unterwegs. So fahre ich Kilometer um Kilometer vor mich hin, und genieße die Landschaft. Langsam und beschwerlich windet sich die Piste immer höher. Im Verlauf werden mit großen Baggern an 2 Stellen gerade riesige Felsbrocken aus dem Weg geschoben, vermutlich als Folge von Erdrutschen. Beide Male habe ich etwa 45 min Zwangspause, bis der Weg wieder passierbar ist. Die Landschaft und die Dörfer, die teilweise wie Schwalbennester am Berg kleben, sind einmalig! Die Piste allerdings auch. Es gibt sicher viele Möglichkeiten sich zu quälen, aber das hier ist die gründlichste Methode! Beim nächsten Mal werde ich die Piste in umgekehrter Richtung, bergab, befahren. Ist vielleicht etwas einfacher...Ich bin abends noch bis Telouet gefahren, habe da im “Hotel Restaurant Telouet” übernachtet. Das Zimmer sollte 300 Dhm ohne Frühstück kosten, ich einige mich mit dem Hotelbesitzer auf 150Dhm mit Frühstück. Am nächsten Morgen kostet das Frühstück dann noch 20 Dhm extra... (warum nur hatte ich hier das Gefühl, übers Ohr gehauen zu werden??) So was hab ich in ganz Marokko nicht wieder erlebt!Am nächsten Tag gings ab dem Tiz´n´Tichka bergab, abends komme ich in Marrakesch an, wo ich 2 Tage bleibe. Wow- diese Stadt hat was! Die Neustadt ist langweilig, könnte auch in Südfrankreich stehen. Aber die Medina, um den Jama al Fnaa, ist der Hammer. Abends ist der Jama al Fnaa die Bühne für alle Künstler, Gaukler, Musikanten, Zigarettenverkäufer etc. Tagsüber ist es dort fast langweilig. Dann wird der Platz von Schlangenbeschwörern, Wasserverkäufern und Schuhputzern bevölkert. Hier und in den engen Gassen der Medina tobt das orientalische Leben in all seinen Facetten. Dazu gehören leider auch Armut und Krankheit. Es gibt viele Männer und Frauen die -durch Behinderungen oder Krankheit arbeitsunfähig- ihren Lebensunterhalt als Bettler verdienen.Der Rest ist schnell erzählt: Von Marrakesch fahre ich Richtung Küste weiter, auf der N7. An der ganzen Strecke gibts nur wenige Übernachtungsmöglichkeiten. Weil ich morgens vor der Abfahrt in Marrakesch zu lange herumgetrödelt habe, strande ich im Dunkeln in Sidi Smail. Es gibt dort weder Hotels noch Campingplatz. Frei zelten geht auch nicht, überall Ackerbau und Viehzucht... So frage ich an der örtlichen Gendarmerie Royale. Nach ca. 40 minütigem Frage- und Antwortspiel, in dessen Verlauf auch der örtliche Standortkommandeur aufläuft, bekomme ich die Erlaubnis,auf dem Parkplatz der Polizeistation zu zelten. Es gibt sicher ruhigere Zeltplätze, aber keinen, der sicherer ist!Angeblich gibt es einen Campingplatz 40 km weiter, in Al Jadida an der Küste. Ich hab da am nächsten Tag aber nur massenhaft Schwerindustrie und vermüllte Straßengräben entdeckt. Ab Safi wirds besser. Und auf den letzten 300 km bis Agadir gibts noch mal richtig was fürs Auge, rechts die tosende Brandung, links Hügel und vor mir abwechslungsreiche, kurvige, (und hügelige) Landstraße. In Agadir hab ich ein letztes Mal gecampt. Ich weis nicht mehr wie der Platz heißt, aber er ist im Norden Agadirs, südlich vom Hafen, kurz vor den Autoverleihern links. Für ein Großstadtcamp ist der Platz recht ordentlich, ruhig gelegen und wird auch gut bewacht. Zum Strand ist´s auch nicht weit, nur die 4 spurige Straße überqueren... Aber die WC´s und Duschen auf dem Camp- nee, nee, nee! Wer dort duschen möchte, sollte Gummistiefel dabei haben!! So ein “disaster area” hab ich bisher noch nicht gesehen! Sauber machen geht da nicht mehr. Man kann das ganze Sanigebäude eigentlich nur tutto kompletti auf die Müllhalde bringen und dann was Neues bauen. Am nächsten und leider letzten Tag gabs dann die Großstadtdröhnung: Viel Verkehr, viele Touristen, viele Einheimische, die mir irgendwelchen Kram verkaufen wollten-(natürlich zum extra günstigen Preis- nur für mich) und einige Kreisverkehre, die trotz Ampel und Verkehrspolizisten völlig verstopft waren.Am Abend des 27.11. fahre ich in Deutschland meine letzten 15 Kilometer nach Hause.Es war stürmisch, etwa 7° kalt, und geregnet hats auch!Willkommen zurück in Deutschland!Das war meine erste Tour durch Marokko!Aber bestimmt nicht die Letzte!

Zuhause in Deutschland fahre ich gerne bei MTB- Marathons mit. In Nordafrika bin ich einige Male in der Sahara umher gefahren. Immer auf eigene Faust, im "Touri- Modus"... Irgend was fehlte mir noch. Z.B. ein Etappenrennen in Nordafrika! Durch Zufall bin ich auf die Titandesert Rallye gestoßen. Die Titandesert fand 2010 vom 3. 5. - 7. 5. in Marokko zum 5. Mal statt, es ist ein Mountainbike-Etappenrennen, vergleichbar mit der Dakar-Rallye oder Marathon des Sables. Gefahren werden sowohl Flachetappen in der Wüste, als auch 2 Bergetappen. Das Rennen spielt sich nur auf Sand- Lehm- und Steinpisten ab. Asphalt wurde nur als Liason auf den letzten 10 km ab dem Ziel der 5. Etappe bis zum Hotel in Ouazarzate gefahren.Die Rennstrecken führen größtenteils durch unbewohntes und unbebautes Gebiet, der Streckenverlauf ist nicht markiert. Die Teilnehmer orientieren sich auschließlich am Roadbook und GPS, sie müssen aus Sicherheitsgründen auf jeder Etappe 3 Kontrollpunkte passieren.Es werden 5 Etappen gefahren:2 Flachetappen mit trockenen Sand - Lehm - Steinpisten2 Marathonetappen: Mit Schlafsack und leichtem Gepäck durch den mittleren Atlas, ohne Mechanikerservice auf der Strecke und im Etappenziel, Pässe bis ca 2000 m1 Zeitfahren über 50 KmÜbernachtet wurde jeweils in eigens für die Titandesert aufgebauten Camps in der Wüste, das Gepäck wurde mit geländegängigen LKW transportiertStrecke:Von Maadid auf 825 m Höhe (bei Erfoud, nahe der algerischen Grenze) nach Ouazarzate im mittleren Atlas auf 1200 m, zurückgelegte Strecke insgesamt 470 km, akkumulierte Höhenmeter: 4460 hm.Das Rennen wird nur auf Sand - und Steinpisten, sowie durch einige Dünengebiete gefahren.Die Tagestemperaturen bewegen zwischen 30° in den Bergen und 42° in den WüstenetappenTeilnehmer:aus USA, Deutschland, Tschechien, Frankreich, Belgien, Holland, Uruguay, Italien, Argentinien, Nordafrika. Die Radfüchse Büren wurden von mir, Christoph Vitt, vertreten Insgesamt 339 Teilnehmer, 40 sind wegen technischen Defekten, Verletzungen (Unfallfolgen) oder Kreislaufschwäche ausgeschieden.Bei der Titandesert 2010 waren insgesamt 6 Deutsche dabei.Das Rennen wird in Spanien organisiert. Dieses Jahr wurden 14 TV Stationen in Europa und Südamerika mit Medien versorgt, Printmedien zusätzlich. Der Renntroß bestand aus 2 Sattelschleppern, 3 LKW, 2 Allrad LKW, 1 Hubschrauber für Presse und Rettungseinsätze, 10 Geländewagen für Presse, Organisation, Mechaniker, Mediziner, 2 Quads. Teilnehmer waren unter anderem:Tinker Juarez (ex Crosscountry Weltmeister)Igor Astaloa, Roberto Heras, Abraham Olano, Laurent Jalabert, Ismael Sanchez, von denen einige in 2010 Ihre Dopingsperren für den Straßenradsport absaßen.In der Eliteklasse waren die meisten Teilnehmer als gesponserte Werksteams, mit eigenen Mechanikern und Physiotherapeuten, unterwegs. Außerhalb dieser Klasse fanden sich viele Privatfahrer, sowohl in 2er und 3er Teams , als auch Einzelkämpfer.

Ich bin auf meiner Tour 2011 ca 3300 km im Kreis gefahren:von Tucson/ AZ über Nogales, Hermosillo, Copper Canyon, Los Mochis, Guyamas, Santa Rosalia (Baja Cal) , Yuma wieder nach Tucson.So viel vorab: Es waren 3300 Klometer, von Tucson/ AZ über Hermosillo in den Copper Canyon. Dort habe ich den berühmten Zug "El Chepe" nach Los Mochis genommen, wo ich per Rad weiter nach Guyamas, Santa Rosalia/ Bja Cal. und über Yuma wieder nach Tucson zurück gefahren binBezüglich der Kriminalität in Nordmexico kann ich nur sagen: Marihuanakartelle, Antiregierungsmiliz, Straßenkontrollen durch Polizei und Militär gibts wirklich. Wer sich aus deren Geschäften raus und an die allgemein gültigen Spielregeln hält, wird die "anderen", extrem freundlichen, hilfsbereiten, warmherzigen Mexikaner kennen lernen. Ich bin dort nirgends bedrängt oder bestohlen worden, habe nur freundliche Menschen kennen gelernt! Bei der Ausfahrt aus Tucson lasse ich mir Zeit. Hier ist alles größer geworden, wo vor 4 Jahren noch Wüste war, stehen jetzt einige "bessere" Neubaugebiete. Ich fahre- mal wieder- den "Old Spanish Trail" (linken), verlasse die Stadt nach Südosten. Nach einem kurzen Stück auf der I-10 biege ich nach Süden ab- Richtung Nogales/ Mexico! Erste Berge bringen mich auf 1400 m, hier ist es deutlich kühler ls in Tucon, nur noch 30- 35 Grad.Die letzten 10 km nach Nogales fahre ich in völliger Dunkelheit. Es ist Mitte Oktober und auch in den USA geht die Sonne dann um 19.00 Uhr unter. Vor minem Motel in Nogales stehen 2 mexikanische "Straßenküchen" wo ich meine ersten 4 Tacos esse. Schmecken gut und machen satt!Der Grenzübertritt am nächsten Morgen gestaltet sich völlig unkompliziert: Niemand interessiert sich für mich, völlig umbehelligt passiere ich die US Kontrolle. Nachdem ich die berühmte weiße Linie überquert habe,lasse ich mir von einem Zöllner den Weg zum "Immigration Office" zeigen. Dort bekomme ich mein Tourivisum in den Pass getempelt und zahle bei der Bank auf der gegenüber meine 25 US $ Eintritt. Den "Kassenzettel" bringe ich meinem Immigration Officer, der mir zur Belohnung noch einen Stempel in den Pass drückt- fertig! Nach insgesamt 1 Stunde bin ich in Mexico!Das Land empfängt mich mit viel Straßenlärm, lauter Mariachimusik und vielen Bussen, LKW und PKW in zweifelhaftem Zustand. Die Straßen sind teuflisch eng für den vielen Verkehr, entprechend knapp werde ich überholt. Außerhalb der Stadt entspannt sich die Situation. Die Straße führt durch hügelige Landschaft, hat meist 2 Spuren in beiden Richtungen, mit mehr oder weniger schmalen Seitenstreifen. Manchmal ist sie auch einspurig und ohne Seitenstreifen- nichts für schwache Nerven! Die Landschaft besteht meist aus Steppe und Wald, ist sehr dicht bewachsen.Mittags um 14.00 bin ich schon an meinem Tagesziel Magdalena del Kino nach 105 km. Aber ich fahre weiter bis Santa Ana wo ich um 15.30 Uhr ankomme. Ich habe erst 122 km auf dem Tacho, aber hier steht das letzte Motel vor Hermosillo und frei campen scheint mir hier noch zu "spannend". Also nehme ich heute meinen lazy day. Den Rest des Nachmittags verbringe ich mit Emails checken, Einkaufen, Essen kochen,Fotografieren. Meine für teures Geld im www gekaufte Mexico-SIM-Karte funktioniert immer noch nicht! Auch nicht nach sachkundier Hilfe in einem Telefonladen. Das wird sich für den Rest der Zeit in Mexico auch nicht mehr ändern. Ist wohl ein typischerFall von "beim Inerneteinkauf auf die Nase gefallen" Irgendwann erwischt es Jeden mal! Am nächsten Morgen fahre ich um 800 Uhr bei 30 Grad los. Es wird schnell wärmer, aber die Strecke geht tendenziell bergab. Santa Ana ist ca auf 1000 m, Hermosillo auf 350 m.Die Straße ist zuerst breit, in beide Richtungen 2 spurig und mit breiter Standspur. Bald wird der Highway zur Baustelle: abwechselnd ist jeweils eine Fahrtrichtung gesperrt, und der ganzeVerkehr rollt einspurig über die andere Seite. Für mich ist das ein Hauptgewinn, weil die Baustellen damit autofrei, aber gut befahrbar sind. Ich habe so quasi einen ca. 15 Meter breiten Radweg...das Ganze zieht sich die ersten 60 km so hin, dann schlägt die mexikanische Realität zu: 2 enge Fahrspuren pro Richtung, keine Standspur, jede Menge Autos und Trucks. Ich muß höllisch aufpassen, habe deshalb mindestens 1 Auge im Rückspiegel und halte die Ohren auf, um zu hören was hinter mir passiert. Nach 20 Kilometern hält ein alter, völlig zerbeulter und verrosteter Pickup vor mir. Der Fahrer- Antonio, erklärt mir ingebrochenem Mexi-English dass das was ich mache, lebensgefährlich ist und er mich bis Hermosillo mitnehmen wird. Er läßt mir keine Wahl, ein "nein" ist einfach nicht zulässig. Ohne meine Antwort abzuwarten klettert er auf seinen Truck, und binnen 1 Minute hat er auf der Ladefläche Platz für mein Fahrrad gemacht. Die Fahrt nach Hermosillo zieht sich hin, der Pickup ist extrem altersschwach und läuft max. 70 kmh. Wir unterhalten uns über Gott und die Welt, auf englisch, spanisch, französich und mit Händen und Füßen. Kurz vor Hermosillo trennen sich unsere Wege, es gibt ne herzliche Verabschiedung, wie unter Freunden. Antonio gibt mir noch die Adressen und Tel.- Nummern von seinen 3 Brüdern die alle auf der Baja Cal. leben und genau wie er selbst als Taucher arbeiten. Wenn ich in der Nähe bin, darf und soll ich mich dort melden, um bei ihnen zu übernachten. Dann trennen sich unsere Wege. So schnell wie Antonio vor mir stand, ist er mit seinem Pickup hinter der nächsten Kurve verschwunden.Hermosillo ist eine mittelgroße Stadt und liegt mitten in der Wüste. Nachdem ich am Automaten einer No Name- Bank meinen Bargeldbestand aufgestockt habe suche ich mir ein Hotel- Camping geht wieder nicht- leider. Ich übernachte im Hotel Colonial- teuer, sauber- und direkt an der Strecke. Ich kann noch mal alle Annehmlichkeiten der Zvilisation genießen: Klimaanlage, Dusche, Klamotten waschen, in der Nähe schnell einkaufen gehen- und freien www Zugang. Ab Hermosillo ist meine Straße sehr wenig befahren. Es geht meist bergauf, aber die Steigungen sind moderat. Ab dem späten Vormittag schiebt mich Rückenwind die Steigungen hoch. Und die Landschaft ändert sich: außerhalb Hermosillo war alles sehr trocken und staubig, eben typische Wüstenlandschaft. Aber mit zunehmender Höhe wird das Grünzeug neben der Straße deutlich höher, und auch in der Fläche gibt es immer mehr Vegetation. Irgendwann grasen Kühe neben der Straße. Ich fahre bis 17.30 Uhr. Die Sonne steht schon recht tief als ich in eine Farmeinfahrt abbiege. Der Farmer samt Familie ist sehr nett. Auf die Frage ob ich mein Zelt für 1 Nacht hinter dem Haus aufbauen darf, bekomme ich eine Einladung, im Haus zu schlafen.Draußen schlafen ginge nicht, das sei zu gefährlich, da laufen Koyoten und Wölfe herum. Der Farmer macht mir mein Bett zurecht und danach gibt’s ein reichhaltiges Abendessen im Kreise meiner Gastgeberfamilie. 1 Stunde nach Sonnenuntergang gehen wir schlafen. Das Haus hat weder Strom noch Wasser undd besteht aus 3 Räumen, in einfachster Bauweise: die Fenster sind alle offen und das Dach besteht aus WellblechDie folgenden 2 Tage waren die Härtesten des ganzen Urlaubs. Es geht über insgesamt 250 km in die Berge. Dabei werden bergauf erzielte Höhengewinne durch kurze schnelle Abfahrten oft wieder komplett eingedampft. Das Ganze hat was von ner riesengroßen Achterbahn! Die Aussichten während dieser Gewaltetappen sind aber alle Mühen wert! Allerdings ist die Versorgung der dünnen Besiedlung entsprechend sparsam! Entsprechend viel muß ich in den wenigen Orten einkaufen und in der Konsequenz auch die Berge herauf- und herunter fahren...Nach einer gefühlten Ewigkeit und gemessenen 2 Tagen komme ich in Basaseachi an.Das ist ein Bergbaudorf, nach Yecora der erste größere Ort.In der Nähe sind einige Kohlen- und Goldminen. Entsprechend viele, oft hoffnungslos überladene, LKW sind hier unterwegs.Dort kaufe ich ein und fahre dann in den Basaseachi Nationalpark. Nach ca 3 km endet die Nationalparkstraße an einem absolut schön gelegenen Campingplatz mit einem einfachen ordentlichen Restaurant und Andenkenladen. Von dort sind es noch etwa 1,5 km Fußweg bis zur Cascada de Basaseachi, dem Basaseachi-Wasserfall, nach dem der Nationalpark benannt wurde. Der Wasserfall ist leider nur dünnes Rinnsaal, aber von der Kante gibt’s eine geniale Aussicht in den Canyon, der ca 100 Meter tiefer liegt. Von dieser Wanderung komme ich in der Abenddämmerung zu meinem Zelt zurück, nehme eine improvisierte Dusche (Wasserflasche), koche etwas zu Essen und genieße die Ruhe auf meinem Campingplatz. Außer mir wohnt heute Abend noch ein US- Radler aus Texas hier. Bald scheinen 10000 Sterneam Himmel. Die Nacht wird kalt, morgens um 7.00 schäle ich mich bei nur 5 Grad aus meinem Schlafsack. Als die Sonne um 8.00 Uhr endlich über den Horizont kriecht, wird es schlagartig wärmer.Ich fahre die paar Kilometer bis Basaseachi zurück, und – welche Überraschung- es geht weiter bergauf! Die Landschaft und die weiten großartigen Aussichten entschädigen für die Quälerei. (Aber ich würd auch mal wieder gerne in der Ebene oder bergab fahren). Es geht immer zwischen 2000 und 2500 Metern hin und her, die Strasse windet sich in wilden Serpentinen den Berg hinauf und wieder bergab. Bergauf ist im 1. Gang zeitweise nur Fußgängertempo drin, Bergab dafür bis zu 70! Die Kurven sind recht eng, oft mit Rollsplit und Schlaglöchern, mit Anlauf in die nächste Steigung hineinfahren geht also auch nicht! Wenigstens ist es hier schön kühl, den ganzen Tag nicht über 25 Grad. Und die Straße ist nicht mehr so einsam, hier gibt’s viele Dörfer, viel Ackerbau und Viehzucht. Die Farmen sehen hier auch nicht mehr so ärmlich aus. Wovon der ganze Wohlstand wohl finanziert wird? Angeblich ist das Gebiet zwischen Basaseachi und San Juanito ein Rückzugsgebiet für viele „Narcos“ und deren Drogenkartelle... Ich habe keine Narcos gesehen... Bis ich in San Juanito ankomme ist es dunkel. Der Himmel ist bedeckt, einen Campingplatz gibts hier nicht. Nach einer kurzen Suchaktion finde ich das „Hotel de la Sierra“. Einfach, unkompliziert, sauber! 250 Pesos für die Nacht im geheizten Zimmer mit warmer Dusche sind auch nicht die Welt. Nach der Kälte und Dunkelheit auf den letzten Kilometern genieße ich diesen Luxus. Ich sitze noch einge Zeit im Hotelrestaurant, wo sich offensichtlich die gesamte Polizei des Dorfes aufhält. Nach ca 10 min springen alle 10 Polizisten auf und fahren mit 2 Pickups alarmmäßig los. Ist ne wilde Gegend hier...die Narcos sind offensichtlich nicht weit...Am nächsten Morgen sind alle Dächer und Autos weiss gefroren. Ich lasse mir deshalb mit dem Frühstück Zeit. Um 8.30 fahre ich bei etwa 10 Grad los, die Sonne steht knapp über dem Horizont und wärmt alles schnell auf. Außerhalb von San Juanito geht es -natürlich- in Serpentinen bergauf. Nach 30 km bin ich in Creel. Endstation für heute. Ich fahre ein paar Runden durch die Stadt, nehme mir ein Zimmer im Hotel „Cascades“ und lade mein Gepäck dort ab. Solcher Art erleichtert fährt es sich noch mal so schnell, ich fahre einige Kilometer in den Copper Canyon hinein. Dort komme ich bald an eine Schranke, wo ich für die Weiterfahrt zu einigen Aussichtspunkten erst mal 20 Pesos abliefern darf. Um die Story abzukürzen: weder die 20 Pesos noch der Weg haben sich gelohnt. Ich habe mir spektakuläre Aussichtspunkte erhofft. Morgen im Chepe, im Zug nach Los Mochis, gibt es schönere Aussichten! Als ich Abends im Hotel Emails und die Fahrpläne der Fähre zur Baja Cal. checke, ergibt sich das erste größere Problem: Die „Bajaferry“ von Los Mochis fährt erst wieder am Sonntag (Heute ist Montag). Also werde ich die Zeit nutzen, um über die Küstenstraße von Mochis nach Guyamas zu fahren, und dann dort die Fähre nach Santa Rosalia zu nehmen. Am nächsten Tag schlafe ich etwas länger und lasse mir auch sonst alle Zeit der Welt. Ich muß nur bis 11.00 Uhr zum Bahnhof, in den Zug El Chepe, und mich dann gaaanz gemütlich nach Los Mochis fahren lassen. Soweit die Theorie...Der Ticketverkäufer im Bahnhof erklärt mir, das seit 2 Jahren offiziell keine Fahrräder mehr mitgenommen werden. In der 2. Klasse wäre das aber trotzdem kein Problem. Das Ticket für die 2. Klasse muß ich im Zug kaufen.Der Rest der Story ist schnell erzählt: ich stelle mich zu den anderen Fahrgästen auf den Bahnsteig, Zug kommt, alle steigen ein, Zug fährt weiter, ich steh immer noch auf dem Bahnsteig...Es war kein Platz, der Zug ist voll besetzt. Cesar, der Ticketverkäufer, kommt heraus und schaut mich verwundert an, warum ich denn hier noch stehe. Er hat eine Idee: Kurz hinter El Divisadero wechselt das Zugbegleiterteam. Cesar hat eine Freundin in Divisadero, die wiederum einen der „neuen“ Zugbegleiter kennt. Innerhalb von 5 Minuten hat Cesar mehrere Telefongespräche geführt und sagt mir, dass alles OK sei, ich habe meinen Fahrradplatz ab Divisadero. Er bringt mich mit seinem Pickup dort hin. Die Fahrt dauert 2 Stunden und kostet mich 600 Pesos, der Gegenwert für eine Tankfüllung seines Wagens. Wir kommen 40 Minuten vor dem Zug am Bahnhof in El Divisadero an. Ich werde schon erwartet. Der Zug ist immer noch voll, aber mein Fahrrad ist überhaupt kein Problem mehr! Ich stelle es in den Durchgang von der ersten zur zweiten Klasse, der daraufhin nicht mehr als Durchgang benutzbar ist. Ich selbst reise in der zweiten Klasse mit.Mein Zugbegleiter bekommt dafür 150 Pesos Trinkgeld. Eine gute Investition! Während der ganzen Fahrt sehe ich den Schaffner 3 mal, ich frage ihn schließlich, was ich noch bezahlen müsse. Immerhin kostet die Bahnfahrt offiziell 910 Pesos und ich möchte in Mexico nicht als schwarzfahrender Ausländer verhaftet werden! Er antwortet mir, das alles OK sei, ich habe schließlich schon Geld bezahlt... So geht das in Mexico! Ich stehe die meiste Zeit am Fenster und fotografiere die spektakuläre Fahrt.Im Zug lerne ich am frühen Abend Martine kennen. Er ist als Kind spanischer Einwanderer nach Mexico gekommen, und ist heute auf dem Heimweg. Er war geschäftlich in Chihuahua. Wir unterhalten uns eine Zeitlang über dies und das, zum Abschluss bietet er mir an, bei Ihm zuhause in El Fuerte zu übernachten. Die Alternative wäre: ca 22.30 in Los Mochis aussteigen und mitten in der Stadt ein Hotel suchen... Also, warum nicht bei Martine mit Familienanschluss übernachten? In El Fuerte werden wir beide von 2 Freunden mit seinem Pickup abgeholt. Das Ding hat auch schon bessere Zeiten erlebt, aber es bietet Patz genug für 54 Personen und Gepäck! Martine macht noch ne kleine Stadtrundfahrt in El Fuerte- sehr touristisch und sehr schön. Auffallend ist, das hier viele Jugendliche und Erwachsene auf der Straße sind -Party! Anscheinend geht hier das öffentliche Leben bei Einbruch der Dunkelheit erst richtig los! Ist der völlige Kontrast zu dem Mexico, was ich bisher gesehen habe! In den Bergen war ab 19.00 alles ruhig, hier tobt das pralle Nachtleben! Wir holen erst noch Bier- die ersten von 20 Dosen werden sofort vor dem Laden geöffnet. Auch Martine genehmigt sich Eine- Mexico!! Sein Haus steht in einem Nachbardorf etwa 30 km weiter. Die letzten 10km geht’s nur noch über Dirtroads. Wir sitzen dann noch bis ca. 22.00 auf Terasse, trinken Bier und reden über Gott und die Welt, auf spanisch, englisch, französisch und mit Händen und Füßen. Das Haus besteht aus 4 Räumen- 2 mit Betonfußboden, 2 mit Erd- Lehm-Staubboden. Leitungswasser fließt nur von 7.00- 19.00 Uhr. Am nächsten Morgen kann ich nicht einfach los fahren: Mein Gastgeber zeigt mir erst noch sein Dorf. Außerdem muss ich noch einen anderen Freund von ihm kennen lernen: Carlos wohnt mit seiner Familie etwa 10 Kilometer entfernt, direkt an einem Bewässerungskanal, und- ganz wichtig- spricht etwas Englisch! Danach muss ich Abschied nehmen von Martine, Carlos, und seiner Familie. Es war nur ein Abend im Zug, eine Stadtrundfahrt mit anschließender „Tailgate- Party“ und langen Gesprächen, und das Treffen mit Carlos und seiner Familie. Aber die Herzlichkeit und Gastfreundschaft dieser Menschen erschwert mir den Abschied schon nach dieser kurzen ZeitDie Straße nach Los Mochis führt an endlosen Feldern entlang. Manchmal auch an Weiden mit Kühen und Schafen. Ich habe einen breiten Seitenstreifen für mich. Kurz vor los Mochis fängt dann der Ernst des Lebens wieder an: Ich fahre auf die Interstate 15 nach Norden auf, mit streckenweise recht schmaler Standspur, manchmal auch ganz Ohne! Abends bin ich nach 160 km froh, in einem kleinen Dorf ein Motel zu finden. Der Motelmanager ist sehr nett und zuvorkommend, bietet mir an meine Klamotten in seiner Waschmaschine zu waschen. Nachdem ich den ganzen Tag auf der I-15 verbracht habe, genieße ich die Ruhe in meinem Zimmer, und eine Dusche! Von hier sind es noch 80 km bis Navojoa ...2 Tage später bin ich in Guyamas. Unterwegs flicke ich den einzigen Plattfuß auf dieser Tour. Deshalb, und weil ich morgens bei der Abfahrt in Obregon etwas gebummelt habe, komme ich nach131km erst in der Abenddämmerung um 18.00 Uhr in Guyamas an. Weil der nächste Campingplatz noch reichlich 15 km entfernt und die einzige Straße dorthin die stark befahrene I-15 ist, bleibe ich in der Stadt in einem Motel.Am nächsten Abend, dem 31.10. fährt mein Schiff nach Santa Rosalia/ Baja California. Dieses „Schiff“ ist eine ca. 40 Jahre alte und 20 Meter lange ehemals dänische Ostseefähre. Wer es nicht selbst gesehen hat, kann es wohl nicht glauben, ist trotzdem so! Das Schiffchen wurde irgendwann mal gebaut, um die kurzen Entfernungen zwischen den dänischen Ostseeinseln zu überbrücken. Nun pflügt sie tapfer 170 km durch die Sea of Cortez zwischen der Baja Cal und dem mex. Festland -robuste, zuverlässige dänische Schiffbaukunst- Die Abfahrt erfolgt geringfügig verspätet etwa um 24.00 Uhr... Laut Fahrplan sollte die Reise um 20.00 Uhr losgehen. Auf der Fähre ist 1 LKW, 1 Pickup, 4 Motorräder, 1 Fahrrad nebst den Fahrern und 10 oder12 Fußgänger. die Besatzng besteht aus 4 Personen, von denen offensichtlich Jeder für Alles zuständig ist. Eine kleine, familiäre Runde...Ich schlafe auf dem Sonnendeck unter 1000 Sternen. Der nächste Morgen weckt mich mit Sonne, dem gleichmäßigen Wummern des Schiffsdiesels- und der Baja California am Horizont. Die Baja kommt aber nur zögerlich näher- laut GPS fahren wir mit der Wahnsinnsgeschwindigkeit von 17 km/h. Viva Mexico!Am frühen Nachmittag legt unser Schiff endlich in Santa Rosalia an, nach 1 Stunde mit Zoll/Drogen/ Immigration-Zeremonie bin ich wieder auf der Straße. Das letzte Mal war ich 2003 hier. Und die Stadt hat sich mächtig verändert. Ich habe den Eindruck dass ein komplettes Wohnviertel stadtauswärts nach Norden dazu gekommen ist. Die Straße ist auch neu, breiter, ohne Schlaglöcher. Nach einigen Kilometern direkt am Strand gehts nach links ins Gebirge. Was jetzt folgt, sind etwa 40 Kilometer Steigungen, Serpentinen, Hitze. Ich bin auf der Ostseite in Santa Rosalia gestartet, die Straße überquert den Hauptgebirgskamm der Baja und bringt mich auf die Westseite. Auf dem Fahrrad bedeutet das: Arbeit! Aber auch schöne Aussichten auf die Berglandschaft um mich herum. Das Gebirge wird schließlich von der Desierto del Viciano abgelöst. Ich campe die Nacht zwischen großen Kakteen. In der Ferne heulen einige Koyoten. Der nächste Morgen beginnt mit Hochnebel. Die umliegenden Berge haben ihre Spitzen in den Wolken, die am Vormittag von einem kräftigen Nordwind aufgelöst werden. Gegenwind! Und zwar den ganzen Tag, 135 Kilometer bis Guerrero Negro! In G. Negro gibts einen neuen Campingplatz, direkt am Hwy 1 in Sichtweite der Grenze nach Baja Norte. Aber mein innerer Schweinehund ist nach 11 Stunden Gegenwind stärker, die Aussicht auf eine warme Dusche und ein richtiges Bett sind zu verlockend... Ich übernachte also ganz profan in einem Motel in G. NegroDer Grenzübertritt von Baja Sur nach Baja Norte gestaltet sich am nächsten Morgen überraschend unspektakulär. Niemand interessiert sich für mich! 2003 bin ich hier fachgerecht abgefertigt worden, mit Passkontrolle, Drogentest, Desinfektionsbad für Schuhsohlen und Reifen, und eine Passkopie wurde einbehalten... So ändern sich die Zeiten! Nördlich der Grenze fängt bald wieder die Einsamkeit an. Abgesehen von immer mehr Snowbirds, amerikanische Rentner mit riesigen Wohnmobilen, die mir auf dem Weg nach Süden entgegenkommen. Und- die Radfahrer sind wieder da! Mir kommt ein spanisches Pärchen mit 2 Fahrrädern, 2 Anhängern und 2 Kindern darin entgegen. Später treffe ich noch auf 2 Solofahrer aus Kanada und Spanien. In der nächsten Nacht steht mein Zelt wieder zwischen hohen Kakteen, die Sonne geht glutrot unter und der Himmel ist mal wieder sternenklar. Der nächst Morgen beginnt mit tiefhängenden Wolken und es ist kalt, nur 18°. Es sieht nach Sturm und Regen aus. Ich frühstücke zügig und sehe zu das ich wieder auf die Straße komme. Die Wolken werden dunkler, der Wind wird stärker, schließlich gibts auch noch Sprühregen. Ich bin froh, dass ich mein Zelt noch trocken einpacken konnte! Am späten Vormittag erreicht der Nordwestwind Sturmstärke. Zum Glück erreiche ich bald den Abzweig zur Piste nach San Felipe. Die 100 km lange Piste bringt mich von ca 1000 Metern auf Meereshöhe. Es geht also tendenziell bergab- mit dem stürmischen Nordwestwind im Rücken!Nach etwa 35 km komme ich bei Coco´s Corner an. Das ist ein staubiges umzäuntes Gelände mit einigen altersschwachen Wohnwagen, die von Coco vermietet werden. Nebenbei ist dieser Platz so eine Art Nachrichtenbörse für alls Baja- und Mexicofahrer. Außerdem gibts hier Trinkwasser, Cola und Bier zu kaufen. Coco wohnt seit etwa 20 Jahren in dieser Einsamkeit. Er lebt in bescheidensten Verhältnissen, von dem, was der Getränkeverkauf und Wohnwagenvermietung abwerfen. Sein Trinkwasser, Essen und Getränke holt er mit dem Pickup aus 75 km Entfernung heran. Ich habe Coco auf meiner ersten Tour 2003 kennengelernt. Damals lief er als „Einbeiniger“ mit einer Prothese. 2009 wurde ihm in Ensenada das 2. Bein amputiert. Er bekam nach 6 Monaten Krankenhausaufenthalt mit Entzündungen, Wundheilungsstörungen und anderen Rückschlägen einen Rollstuhl, den er hier in der Wüste nicht benutzen kann. Deshalb läuft er jetzt auf den Oberschenkelstümpfen, als „Schuhe“ benutzt er Knieschoner. Sein Auto hat er in Eigenregie auf Handbetrieb umgebaut. Alles Andere läuft wie gewohnt bei Coco´s Corner. Es ist unglaublich, wieviel Pioniergeist und Willenskraft in diesem kleinen Menschen stecken! Nach einer Bierpause von 40 min gehts weiter. Der Rückenwind hat inzwischen deutlich zugenommen, die Piste geht tendenziell bergab... Ich bin froh, heute nicht in der Gegenrichtung unterwegs zu sein!Bis zum Einbruch der Dunkelheit habe ich die Piste hinter mir. Auf frisch asphaltierter Straße fahre ich im Dunkeln weiter, auf der Suche nach einer zum Campen geeigneten Stelle. Der Wind ist jetzt noch stärker, mit Sturmböen. Inzwischen fahre ich an der Ostküste in Sichtweite der Sea of Cortez. Soweit in der stockdunklen Nacht außerhalb meines Lichtkegels überhaupt etwas sichtbar ist...Irgendwann halte ich an einem hell erleuchteten Haus, auf der windgeschützten Terrasse sitzen 4 Mexikaner. Es ist die Rezeption eines Campingplatzes. Vom Campen raten mir die 4 aber ab, ich solle doch bitte mit ihnen zusammen auf der windgeschützten überdachten Terrasse schlafen, weil der Wind über Nacht noch stärker wird, mit meinem Zelt habe ich keine Chance!Am nächsten Morgen hat sich der Sturm ausgetobt. Noch im Schlafsack erlebe ich einen gigantischen feuerroten Sonnenaufgang über der Sea of Cortez. Nach einem großen Becher Kaffee, und Frühstück mit meinen Gastgebern geht’s bald weiter. Der Wind treibt mich wieder vor sich her. Heute ist der einzige Tag der ganzen Tour, an dem ich naß werde: Ich bekomme einen Regenschauer ab, für etwa 2 Minuten. Den Rest des Vormittags ist es bewölkt, zum Nachmittag fahre ich wieder unter blauem Himmel. Die Einfahrt nach San Felipe kündigt sich recht früh an- zu früh für meinen Geschmack: es gibt jede Menge „for sale“ Schilder, mitten in der Wüste. Hotels, Ferienwohnungen, Bauland- hier wird alles verkauft. Etwas näher an San Felipe stehen dann komplette Wohngebiete zum Verkauf. Noch näher an der Stadt gibt’s Hotels in allen Baustadien, von Rohbau bis fast fertig zu kaufen. Scheinbar sind hier nicht alle Investoren heil aus der großen Finanzkrise heraus gekommen...Es wird auch immer krawalliger, je weiter ich mich San Felipe nähere. Pickups, Buggies, Quads, Motorräder- alles was Lärm macht, ist hier auf der Straße unterwegs. Die vielen vergnügungssüchtigen Amerikaner gehen mir gehörig auf die Nerven!Der örtliche Campingplatz liegt direkt am Strand, ist aber leider hoffnungslos überfüllt. Also suche ich mir ein Motel. Macht auch Sinn, denn hier ist gerade das Krabbenfestival: eine Kombination aus mexikanischem Volksfest und Oktoberfest, mit unzähligen Bierständen, Freiluftrestaurants, Mariachis, und Fahrgeschäften in den abenteuerlichsten Erhaltungszuständen, wie sie in Deutschland jeden TÜV Prüfer zum Herzinfarkt bringen würden. Nach Einbruch der Dunkelheit stürze ich mich mitten ins Gedränge. Das ist durchaus wörtlich zu verstehen, scheinbar ist die ganze Stadt (und reichlich Amerikaner) auf den Beinen. Die Geräusch-und Sprachkulisse ist undefinierbar, mexikanische Sprachfetzen mischen sich mit Englischen, und das ganze wird von viel zu lauter und verzerrter mexikanischer Popmusik und „handgemachten“ Mariachiklängen untermalt. Am nächsten Morgen fahre ich früh los, bin fast der Einzige auf der Straße nach Norden. 2003 war das eine ganz normale schmale Landstraße, inzwischen sind es 2 Spuren pro Fahrtrichtung, die in Sichtweite des Meeres an neuen hochherrschaftlichen Wohngebieten (meistens „for sale“) entlang führen.Die Straße bringt mich durch flaches, ebenes Gelände. Rechts von mir war vor 100 Jahren noch das Colorado- Delta, mit fruchtbarem Land, Sümpfen und Urwäldern. Dann wurden in den USA gewaltige Dämme gebaut, z.B. der Hoover Dam, um den Colorado damit zur Trinkwasser – und Stromgewinnung aufzustauen. Jetzt ist hier nur noch eine trostlose flache Salzwüste. In der Ferne kann ich die andere Seite, das mex. Festland, sehen. Zum Abend komme ich durch immer mehr landwirtschaftlich genutzte Gebiete. Scheinbar kommt noch etwas Colorado- Wasser in Mexico an. Ich übernachte auf einem schönen Campingplatz an einem ausgetrockneten See. Ich bin der einzige Gast.Tags darauf fahre ich auf schmalen Seitenstraßen bald an immer mehr, immer größeren grünen Feldern vorbei. Der hohe Mais schützt mich etwas vor dem wieder heftigeren Seitenwind. Irgendwann überquere ich den Colorado River- oder das was davon übrig geblieben ist! Der Fluß ist ca 15 Meter breit, ich überquere ihn auf einer schmalen einspurigen Brücke. Auf dem Weg nach San Luis / USA halte an einer Tacobude an und esse mich ein letztes mal in Mexico satt. Ich freue mich auf USA, meine Freunde in Tucson wieder zu sehen. Aber etwas Wehmut fährt auf den letzten Kilometern durch Mexico auch mit. In den vergangenen Wochen habe ich in diesem Land nur freundliche hilfsbereite Menschen kennengelernt. Niemand hat mich bedroht oder bestohlen!In San Luis Rio Colorado gehst dann los: Ich tausche meine letzten Pesos an der Straßenseite in US $, und und fahre locker an dem etwa 3 Kilometer langen 2 spurigen Grenzstau vorbei. Die Ausreise aus Mexico ist problemlos, Die Grenzer grüßen freundlich und schicken mich weiter. Die Einreise nach USA ist dann mal ganz was Anderes: Keine Drogenkontrolle (warum eigentlich nicht??) dafür muß ich einen Haufen dummer Fragen beantworten: Ob ich irgenwelches Gepäck für Fremde transportiere, ob ich Drogen bei mir habe (gibt es wirklich Menschen die so was mit „ja“ beantworten??) ob ich Waffen dabei habe, und- der absolute Hammer: warum ich hier in San Luis wieder in die USA einreise... Der Übergang sei schließlich weit weg von den üblichen Touristenrouten... abgesehen von 3 km Ausreisestau in Mexico, und kaum weniger auf der US-Seite...Nach gefühlten 15 Minuten Immigrationquiz und Friseurgespräch war ich wieder im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Ich bin dann noch bis 15 mls östlich von Yuma gefahren und habe die Nacht in einem kleinen Motel verbracht.Am nächsten Tag fahre ich weiter nach Gila Bend (der asphaltierte „Campingplatz“ neben einer Tankstelle mitten in der Stadt ist ein schlechter Witz!), und nach einer Übernachtung im Motel zum Organ Pipe National Monument. Die Strecke zum Organ Pipe Park ist einer meiner Favoriten. Die Straße führt durch einsame Kakteenlandschaft. Etwa 30 km vor der mexikanischen Grenze sind Visitor Center und Campingplatz des Nationalparks. Den Namen hat der Organ Pipe Park von den vielen Kakteen, die ihre Arme ähnlich wie Orgelpfeifen in den Himmel recken. Daneben ist das Gebiet auch ein Refugium für Koyoten, Hasen, Vögel, allerhand Schlangen, Spinnen, Schildkröten und Echsen. Ich komme am frühen Nachmittag dort an. Nach Zeltaufbau und Dusche laufe ich über einen Rundwanderweg über die das Camp umgebenden Hügel und komme erst nach Einbruch der Dämmerung wieder auf den Platz zurück. Abends und nachts höre ich in der Ferne einige Koyoten heulen- das ist Arizona!Der nächste Morgen ist kalt und windig. Der Wind wird auch nicht weniger. Und er kommt exakt aus Nordost- dort will ich hin, nach Tucson. Die dumpfe Vorahnung bestätigt sich als ich in Why nach Osten in Richtung Tucson abbiege- Gegenwind! Es ist kein laues Lüftchen, was mir da entgegen pustet, sondern richtiger Wind, mir kommt eine Menge Luft entgegen, die es sehr eilig hat...Bis nachmittags um 17.00 Uhr komme ich so nicht richtig auf Touren, der Stundenschnitt schmilzt immer weiter zusammen. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit wird der Wind deutlich weniger, ich kann noch einen kleinen Endspurt hinlegen. Um 19.00 Uhr suche ich im Licht des Vollmonds einen Zeltplatz neben der Straße. Mein Zelt steht mal wieder zwischen hohen Kakteen, etwa 500 Meter neben der Straße, auf der nachts kein Fahrzeug mehr unterwegs ist.Am nächsten Tag geht mir mal wieder alles zu schnell:Starker Rückenwind schiebt mich nach Tucson. Am frühen Nachmittag rolle ich in die Stadt. In den letzten 3 Stunden meiner Tour bin ich umzingelt von Autos und Menschen. Gefühlt sind es deutlich mehr Menschen als in den zurück liegenden 4 Wochen zusammen. Morgen gehts zum Flughafen und dann ab durch die Mitte nach Deutschland.Nach 3300 Kilometern bin ich wieder zurück- in meinem „normalen“ Leben. .

USA/ Mexico/ Baja cal. 2011

USA

Mexico

Baja California,

Meine Strecke:


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