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Amerika

Bicycling the worldMit dem Fahrrad in USA, Skandinavien und Afrika

Titandesert 2010

Marokko 2009

USA 2007

Ich bin am 3.11.2009 in Agadir eingefallen. Die “Bastelstunde” am Flughafen (Fahrrad reisefertig machen etc.) mit anschließender Zollzeremonie ist total unkompliziert verlaufen. Anschließend hab ich am Flughafen noch Geld gewechselt - auch problemlos.Stichwort Geld: Gibt es in dem großen Marokko eigentlich irgendeine Bank, die Travellerchecks tauscht? Wer was weis, kann mir ne Email schreiben, ich bau den Tipp dann hier ein! Ich bin im Verlauf meiner Tour bei 10 Versuchen an 10 Banken 10x abgeblitzt... also, liebe Afrikaneulinge, nehmt genug Cash mit!Entgegen den Behauptungen der deutschen Bankangestellten werden Travellerchecks NICHT in jeder Bank und jedem Land angenommen! Laßt Euch nicht ins Boxhorn jagen und nehmt genügend Bargeld mit! Für Tunesien gilt das Gleiche.Weil ich also in Agadir um 14.00 h mit Allem fertig bin, fahre ich noch bis Tiznit. Dort gibts einen schönen Campingplatz (am Kreisverkehr rechts, direkt vor der Stadtmauer) und mehrere Hotels (sind alle übersichtlich um den Kreisverkehr verteilt). Leider ist der ruhig gelegene Campingplatz komplett mit grobem Schotter belegt, also zum Zeltcamping eher ungeeignet.Am nächsten Morgen gehts weiter über Bou Izarkane auf die R 102. Ab dem Abzweig auf die R 102 wird der Verkehr schlagartig weniger. Das Fahren ist deutlich angenehmer als auf der großen Straße nach Süden! Auf der R-102 hab ich auch bald meinen ersten marokkanischen „Pass“ befahren. Es ging immerhin auf 1000 m. Kurz und schmerzlos. Die Landschaft wurde bald sehr abwechslungsreich, steinige Steppe wechselt sich mit grünen Hügeln, kakteenbewachsenen Gebieten und kleinen Oasen ab. Die Oase Targhjicht setzt Allem die Krone auf: Die Palmen stehen neben der Straße so dicht zusammen , daß es unmöglich ist, weiter als 10 m in diesen Wald hinein zu sehen. Ich hab dort etwas eingekauft und bin dann noch etwas gefahren, bis ich die passende Stelle zum Campen gefunden habe...Am nächsten Tag fahre ich bis Tata, der Rückenwind machts möglich. Weil der örtliche Campingplatz zu Ehren der Wohnmobilcamper komplett betoniert ist, übernachte ich im Hotel „Relais de Sables“. Relativ teuer, aber gute Zimmer und gutes Essen.In Foum Zguid hab ich dann nen Großeinkauf gemacht und anschließend gings auf die Piste nach M´hamid. Ich bin froh, daß ich vollgefedert fahre. Die ersten 20 km sind recht holprig, mit vielen faustgroßen Kieselsteinen, streckenweise auch Sandverwehungen. Das Ganze wird dadurch noch interessanter, daß es ab und zu mal ne Rampe hoch- oder runter geht. Die Piste über den Iriki ist allerdings vom Allerfeinsten: Topfebener, harter, relativ glatter Boden, da kann man ja fast schon mit dem Rennrad fahren. Abends baue ich mein Zelt neben der Piste auf einer Düne auf und übernachte unter 1000 Sternen. Am nächsten Tag gibts zum Schluß, kurz vor M´hamid, noch 4 km Fechfech, die streckenweise unfahrbar sind. In M´hamid hab ich mir 2 Tage Pause gegönnt. Diese Stadt IST AFRIKA! Wer von Norden über die Piste kommt, wie ich, verläßt in Foum Zghuid die übliche Zivilisation und kommt in M´hamid in einer anderen, afrikanischen, Zivilisation an. So habe ich es empfunden. Weiter gings über die N9 nach Zagora, durchs Draatal und bei Tazzarine auf die nächste Piste, von Targhbalt nach Taouz. (Targhbalt ist auf der Michelinkarte Nr. 742 an der falschen Stelle!)Hier war auch wieder für Jeden was dabei, anfangs steinige Gebirgspisten, weite glatte Schwemmtonebenen, und etwas Sand. Kurz vor Ramlia wieder viiiieel Sand: 6 km Fechfech, viel Schieben, wenig Fahren. Ramlia selbst besteht aus einigen Oasengärten, einigen Lehmhäusern, einer Moschee und einer Tankstelle die die auch Restaurant, Auberge und Lebensmittelladen ist. Nach 2 kalten Cola fahre ich weiter: die Piste ist bald wieder gut fahrbar. Es gibt noch einige kurze Sandpassagen, die aber fast alle mit Anlauf passierbar sind. Die letzten 20 km nach Taouz sind etwas holprig und kurvig, aber nichts Kompliziertes mehr. Diese Piste ist 170 km lang, unterwegs kann man mit dem Fahrrad die große Einsamkeit finden. Aber andererseits gibts genug Dörfer und Campingplätze in Pistennähe. Das Ganze hat schon was Surreales: keine festen Straßen, nur Pisten, aber mitten im Nirgendwo taucht plötzlich ein komplettes Dorf auf...Die Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln müßte unterwegs ggf. also möglich sein, die Einheimischen leben ja auch von irgendwas.Direkt hinter Taouz fängt die Asphaltstraße an. Ich fahre noch einige Kilometer bis nach Merzouga wo ich im “Camping Ksar Sania” mein Zelt aufbaue. Der Platz ist französisch geführt, absolut sauber und liegt direkt an den großen Dünen vom Erg Chebbi.Weiter gehts über Tinedjad und durchs Dadestal. Und es geht bergauf. Dank dem Rückenwind kaum spürbar, aber ich bin auf dem Weg in den Atlas. Morgens in Merzouga zeichnete sich die Gebirgskette noch als schmaler zackiger Saum am Horizont ab. Aber Abends in Tinedjad ist er deutlich zu sehen, der Atlas. Westlich und nördlich von mir erhebt sich das Gebirge immer imposanter! Auf dem Weg zum Tiz´n Tichka hab ich ab Ouazazate die Nebenstrecke genommen... Das ist dann “Urlaub für Fortgeschrittene”! Die Straße geht etwa nach 20 Km in eine Piste über. Die ist streckenweise fast unfahrbar steil, nur um hinter der nächsten Kurve wieder die eben mühsam erarbeiteten Höhenmeter zu verlieren. Wobei die Gefällesektionen auch keine Entlastung sind, ich fahre bergab genau so langsam wie bergauf. Zu scharf sind die Gesteinskanten, zu tief die Löcher in der Piste, daß ich irgendwas riskiere. Außer mir sind auch nur noch wenige Einheimische zu Fuß oder mit ihren Eseln unterwegs. So fahre ich Kilometer um Kilometer vor mich hin, und genieße die Landschaft. Langsam und beschwerlich windet sich die Piste immer höher. Im Verlauf werden mit großen Baggern an 2 Stellen gerade riesige Felsbrocken aus dem Weg geschoben, vermutlich als Folge von Erdrutschen. Beide Male habe ich etwa 45 min Zwangspause, bis der Weg wieder passierbar ist. Die Landschaft und die Dörfer, die teilweise wie Schwalbennester am Berg kleben, sind einmalig! Die Piste allerdings auch. Es gibt sicher viele Möglichkeiten sich zu quälen, aber das hier ist die gründlichste Methode! Beim nächsten Mal werde ich die Piste in umgekehrter Richtung, bergab, befahren. Ist vielleicht etwas einfacher...Ich bin abends noch bis Telouet gefahren, habe da im “Hotel Restaurant Telouet” übernachtet. Das Zimmer sollte 300 Dhm ohne Frühstück kosten, ich einige mich mit dem Hotelbesitzer auf 150Dhm mit Frühstück. Am nächsten Morgen kostet das Frühstück dann noch 20 Dhm extra... (warum nur hatte ich hier das Gefühl, übers Ohr gehauen zu werden??) So was hab ich in ganz Marokko nicht wieder erlebt!Am nächsten Tag gings ab dem Tiz´n´Tichka bergab, abends komme ich in Marrakesch an, wo ich 2 Tage bleibe. Wow- diese Stadt hat was! Die Neustadt ist langweilig, könnte auch in Südfrankreich stehen. Aber die Medina, um den Jama al Fnaa, ist der Hammer. Abends ist der Jama al Fnaa die Bühne für alle Künstler, Gaukler, Musikanten, Zigarettenverkäufer etc. Tagsüber ist es dort fast langweilig. Dann wird der Platz von Schlangenbeschwörern, Wasserverkäufern und Schuhputzern bevölkert. Hier und in den engen Gassen der Medina tobt das orientalische Leben in all seinen Facetten. Dazu gehören leider auch Armut und Krankheit. Es gibt viele Männer und Frauen die -durch Behinderungen oder Krankheit arbeitsunfähig- ihren Lebensunterhalt als Bettler verdienen.Der Rest ist schnell erzählt: Von Marrakesch fahre ich Richtung Küste weiter, auf der N7. An der ganzen Strecke gibts nur wenige Übernachtungsmöglichkeiten. Weil ich morgens vor der Abfahrt in Marrakesch zu lange herumgetrödelt habe, strande ich im Dunkeln in Sidi Smail. Es gibt dort weder Hotels noch Campingplatz. Frei zelten geht auch nicht, überall Ackerbau und Viehzucht... So frage ich an der örtlichen Gendarmerie Royale. Nach ca. 40 minütigem Frage- und Antwortspiel, in dessen Verlauf auch der örtliche Standortkommandeur aufläuft, bekomme ich die Erlaubnis,auf dem Parkplatz der Polizeistation zu zelten. Es gibt sicher ruhigere Zeltplätze, aber keinen, der sicherer ist!Angeblich gibt es einen Campingplatz 40 km weiter, in Al Jadida an der Küste. Ich hab da am nächsten Tag aber nur massenhaft Schwerindustrie und vermüllte Straßengräben entdeckt. Ab Safi wirds besser. Und auf den letzten 300 km bis Agadir gibts noch mal richtig was fürs Auge, rechts die tosende Brandung, links Hügel und vor mir abwechslungsreiche, kurvige, (und hügelige) Landstraße. In Agadir hab ich ein letztes Mal gecampt. Ich weis nicht mehr wie der Platz heißt, aber er ist im Norden Agadirs, südlich vom Hafen, kurz vor den Autoverleihern links. Für ein Großstadtcamp ist der Platz recht ordentlich, ruhig gelegen und wird auch gut bewacht. Zum Strand ist´s auch nicht weit, nur die 4 spurige Straße überqueren... Aber die WC´s und Duschen auf dem Camp- nee, nee, nee! Wer dort duschen möchte, sollte Gummistiefel dabei haben!! So ein “disaster area” hab ich bisher noch nicht gesehen! Sauber machen geht da nicht mehr. Man kann das ganze Sanigebäude eigentlich nur tutto kompletti auf die Müllhalde bringen und dann was Neues bauen. Am nächsten und leider letzten Tag gabs dann die Großstadtdröhnung: Viel Verkehr, viele Touristen, viele Einheimische, die mir irgendwelchen Kram verkaufen wollten-(natürlich zum extra günstigen Preis- nur für mich) und einige Kreisverkehre, die trotz Ampel und Verkehrspolizisten völlig verstopft waren.Am Abend des 27.11. fahre ich in Deutschland meine letzten 15 Kilometer nach Hause.Es war stürmisch, etwa 7° kalt, und geregnet hats auch!Willkommen zurück in Deutschland!Das war meine erste Tour durch Marokko!Aber bestimmt nicht die Letzte!

Zuhause in Deutschland fahre ich gerne bei MTB- Marathons mit. In Nordafrika bin ich einige Male in der Sahara umher gefahren. Immer auf eigene Faust, im "Touri- Modus"... Irgend was fehlte mir noch. Z.B. ein Etappenrennen in Nordafrika! Durch Zufall bin ich auf die Titandesert Rallye gestoßen. Die Titandesert fand 2010 vom 3. 5. - 7. 5. in Marokko zum 5. Mal statt, es ist ein Mountainbike-Etappenrennen, vergleichbar mit der Dakar-Rallye oder Marathon des Sables. Gefahren werden sowohl Flachetappen in der Wüste, als auch 2 Bergetappen. Das Rennen spielt sich nur auf Sand- Lehm- und Steinpisten ab. Asphalt wurde nur als Liason auf den letzten 10 km ab dem Ziel der 5. Etappe bis zum Hotel in Ouazarzate gefahren.Die Rennstrecken führen größtenteils durch unbewohntes und unbebautes Gebiet, der Streckenverlauf ist nicht markiert. Die Teilnehmer orientieren sich auschließlich am Roadbook und GPS, sie müssen aus Sicherheitsgründen auf jeder Etappe 3 Kontrollpunkte passieren.Es werden 5 Etappen gefahren:2 Flachetappen mit trockenen Sand - Lehm - Steinpisten2 Marathonetappen: Mit Schlafsack und leichtem Gepäck durch den mittleren Atlas, ohne Mechanikerservice auf der Strecke und im Etappenziel, Pässe bis ca 2000 m1 Zeitfahren über 50 KmÜbernachtet wurde jeweils in eigens für die Titandesert aufgebauten Camps in der Wüste, das Gepäck wurde mit geländegängigen LKW transportiertStrecke:Von Maadid auf 825 m Höhe (bei Erfoud, nahe der algerischen Grenze) nach Ouazarzate im mittleren Atlas auf 1200 m, zurückgelegte Strecke insgesamt 470 km, akkumulierte Höhenmeter: 4460 hm.Das Rennen wird nur auf Sand - und Steinpisten, sowie durch einige Dünengebiete gefahren.Die Tagestemperaturen bewegen zwischen 30° in den Bergen und 42° in den WüstenetappenTeilnehmer:aus USA, Deutschland, Tschechien, Frankreich, Belgien, Holland, Uruguay, Italien, Argentinien, Nordafrika. Die Radfüchse Büren wurden von mir, Christoph Vitt, vertreten Insgesamt 339 Teilnehmer, 40 sind wegen technischen Defekten, Verletzungen (Unfallfolgen) oder Kreislaufschwäche ausgeschieden.Bei der Titandesert 2010 waren insgesamt 6 Deutsche dabei.Das Rennen wird in Spanien organisiert. Dieses Jahr wurden 14 TV Stationen in Europa und Südamerika mit Medien versorgt, Printmedien zusätzlich. Der Renntroß bestand aus 2 Sattelschleppern, 3 LKW, 2 Allrad LKW, 1 Hubschrauber für Presse und Rettungseinsätze, 10 Geländewagen für Presse, Organisation, Mechaniker, Mediziner, 2 Quads. Teilnehmer waren unter anderem:Tinker Juarez (ex Crosscountry Weltmeister)Igor Astaloa, Roberto Heras, Abraham Olano, Laurent Jalabert, Ismael Sanchez, von denen einige in 2010 Ihre Dopingsperren für den Straßenradsport absaßen.In der Eliteklasse waren die meisten Teilnehmer als gesponserte Werksteams, mit eigenen Mechanikern und Physiotherapeuten, unterwegs. Außerhalb dieser Klasse fanden sich viele Privatfahrer, sowohl in 2er und 3er Teams , als auch Einzelkämpfer.

Ich begann meine Tour am 14.8. in Salt Lake/ Utah mit einer kleinen Nordschleife durch Wyoming und den Flaming Gorge Nationalpark. Wyoming scheint eine recht einsame Gegend zu sein- ich habe in 3 Tagen und auf ca 400 km in 4 Ortschaften, etwa 650 Einwohner gesehen. Hinter Flaming Gorge war ich bald in Colorado. Auf dem Weg nach Denver war der Rocky Mountain Nationalpark die nächste Herausforderung. Hier ging es bis auf 3980 m Höhe. Die Luft war schon recht dünn da oben...Bei der Einfahrt nach Denver, wo ich das Wochenende bei Freunden zu Gast war, hatte ich dann auch den ersten Platten durch einen Glassplitter. Nach 4 Tagen Urlaub vom Radeln in Denver habe ich mein "Höhentraining" fortgesetzt. Es ging wieder zurück in die Rocky Mountains, aber dieses Mal in südwestlicher Richtung. Ich bin die klassische "Touristenstrecke" Gunnison- Montrose- Silverton- Durango- Cortez- 4 Corners gefahren. Dabei ist das Klima anfangs noch alpin mit heißen Tagen und kalten Nächten. In südwestlicher Richtung wird e aber bald immer heißer und trockener. Hinter Cortez beginnt schließlich die Wüste. Meine weitere Strecke brachte mich dann zum Grand Canyon und nach Flagstaff. Danach ging es durch Sedona und am Lake Roosevelt entlang. Hier hatte ich bei 46° C die letzten beiden Reifenpannen auf meiner Tour, ausgelöst durch ein Drahtstück und einen Glassplitter. Nach insgesamt 3000 km und 27 009 Höhenmetern endete meine Tour in Tucson/ Arizona.

Es ging ca 1500 km in die längste Sackgasse der Welt. Mit An / Abreise aus USA waren es 3200 km. Auch wieder Wüstenpisten, Camping unter Kakteen etc. Aber auch einsame Straßen, quirlige Mexidörfer auf der Baja, freundliche Gastgeber, Zeltplätze direkt am Strand.Ein schon vorweg:Eine super Gegend! Wer da wirklich hin fahren will, sollte es machen! Laß dich nicht mit irgendwelchen Schauermärchen von selbsternannten Experten ins Bockshorn jagen! Die Mexis auf der Baja sind arm aber freundlich und hilfsbereit! Die (Drogen-)Kriminalität in den größeren Städten existiert wirklich, aber wer sich da raus hält, abends nicht zu vertrauensselig gegenüber Fremden auftritt, nicht seinen ganzen Reichtum provokant zur Schau stellt, bekommt auch keine Probleme!Nach 2 vergeblichen Anläufen ist es im März 2005 so weit: ich bin bereit die Baja Californiazu entern.Die beiden vergangenen Versuche mußte ich wegen vor der Baja aufziehender Tropenstürme abbrechen.Nachdem ich in Tehachapi nahe Los Angeles einige Tage bei Freunden gewohnt habe geht es los. In 2 Tagen fahre ich bis an die mexikanische Grenze bei Tecate, wo ich ein letztes Mal auf us-amerikanischem Boden zelte. Der Übergang nach Mexico ist an der kleinen Grenzstation erstaunlich unspektakulär! Ich muß in das Büro des Grenzers, gebe ihm meinen Reisepass mitsamt einer Kopie davon. Der Pass geht bestempelt zurück an mich, die Kopie in die Schublade des Grenzers - fertig! Ich hatte Zuhause einige Passkopien angefertigt- für solche Fälle...Tecate empfängt mich mit einer breiten, löcherigen Asphaltstraße. Die Ladengeschäfte weichen bald deutlich ärmlicheren Behausungen. Die Seitenstraßen sind nicht asphaltiert und bestehen nur aus Schlaglöchern. Aus Tecate heraus geht es steil bergauf, Richtung Ensenada. Die Landschaft wird von grünen Hügeln bestimmt, über weite Strecken beherrscht auch Landwirtschaft das Bild.Kurz vor Ensenada biege ich auf die Mex1 ein und schlagartig hat mich der große LKW- und Durchgangsverkehr aus USA wieder.Nach etwa 20 km ist für mich Feierabend. Ich checke in einem Motel in de Mitte von Ensenada ein. Das mexikanische Nachtleben unterscheidet sich deutlich von dem in den USA: Hier ist die ganze Stadt auf den Beinen, komplette Familien mit kleinen Kindern sind abends unterwegs. In jeder Kneipe, jedem Restaurant gibt es Livemusik. Dieser Lärm und Lebensfreude sind einzigartig, das findet man so nirgends in den USA. Am nächsten Morgen stoppe ich zuerst an einer Bank. Ich habe bis jetzt kein Mexigeld! Anschließend gehts mal wieder bergauf, raus aus der Stadt in Richtung Ojos Negros / San Felipe, weg von der großen Mex1! Die Straße windet sich auf und ab, rechts und links, wie eine gigantische Achterbahn. Am 2. Tag Achterbahnfahrt komme ich in San Felipe direkt am Golfo de California an. Ich zelebriere das übliche Abendritual: Motel suchen,einchecken, Duschen, Essen kochen.Hier endet die Asphaltstraße: Am nächsten Morgen erwarten mich südlich des nächsten Dorfes, Puertecitos, etwa 150 km Kies und Sandpiste. Bis auf einige sehr verblockte Abschnitte mit stufigen holprigen Anstiegen und Gefällen ist die Piste recht gut fahrbar. Nach 2 Tagen und 2 Nächten in der Wüste komme ich an Cocos Corner an. Dieser Campingplatz ist DIEInfobörse für alle Bajafahrer. Das Camp wird von 2 Mexikanern geführt, die in einem kleinem Wohnwagen leben. Jeder, der hier vorbei kommt, liefert ein Souvenir ab. Das kann eine Unterhose sein, eine gebrauchte Kette, ein Ritzel oder was auch immer. Diese Teile hängen zu Hunderten an den Wänden von Cocos "Cafeteria". Essen kann man hier allerdings nur das selbst Mitgebrachte, bei Coco gibts nur Bier zu kaufen. Etwa 25 km hinter Cocos Corner mündet die schöne ruhige Piste in die Mex1. Der hinter der Grenze recht heftige Verkehr hat sich aber inzwischen stark beruhigt. Ich teile mir die Straße mit einigen Trucks, ab und zu auch ein PKW. Den Rest des Tages fahre ich durch grüne Landschaft, vorbei an Büschen und Kakteen. Nach fast 2 Tagen auf Sand und Geröll bei 45° C genieße ich das viele Grün und die kühle Luft, die vom Meer zu mir hinüber weht. Bis auf einige kleine Dörfer ist an der Straße nichts los. Ich finde abends einen schönen Zeltplatz abseits der Straße zwischen großen Kakteen unter 1000 Sternen. Langsam bekomme ich auch Routine im Ablauf der täglichen Kontrollen durch Armee und Polizei. Es läuft immer nach der gleichen Choreographie ab: Flugticket, Reisepass, Passkopie, Friseurgespräch, gute Reise!Mit den vielen Kontrollen versucht die mexikanische Regierung, die Baja von organisierter Kriminalität und Drogenhändlern frei zu halten. Sie sind mehr oder weniger erfolgreich damit...Die Baja California ist in 2 "Bundesstaaten" aufgeteilt: Nord und Süd. Am Grenzübergang von Baja Norte nach Baja Sur gibts ne Abfertigung die es in sich hat: Passkontrolle, Passkopie, Drogenkontrolle mit nem Schäferhund, Lebensmittelkontrolle, Schuhe desinfizieren, Desinfektionsbad durchfahren.Die Stadt Santa Rosalia ist was für Architekturfans: Eine schöne Kirche aus Eisen, gebaut von Monsieur Gustave Eiffel. Richtig, der G. Eiffel, der auch in Paris einen Turm gebaut hat. Außerdem stehen im Stadtkern viele schöne bunte Holzhäuser mit geschnitzten hölzernen Balkonen. In den Straßen gibt es alles was man zum täglichen Leben braucht, die ganze Innenstadt ist ein einziger Markt. Vor der Stadt ist der einzige Fährhafen zum Festland nach Guyamas. Etwa 100 km vor La Paz am südlichen Ende der Baja übernachte ich mal wieder auf einem Campingplatz. Das Camp wird von einem östrreichischen Ehepaar geleitet. Die Beiden haben sich hier auf dem Boden eines ehemaligen Truckstops direkt an der Mex1 einen schönen ruhigen gemütlichen Platz aufgebaut. Campchef Manfred ist gelernter Koch und leitet das kleine Camprestaurant mit Leib und Seele. Iam nächsten Tag komme ich schon am frühen Nachmittag in La Paz an und suche mir ein Motel in Strandnähe. Nachdem ich den Bus für die Rückfahrt nach USA gebucht habe, genieße ich den Rest des Tages an der Strandpromenade. Am nächsten Morgen fährt mein Bus um 7.00 Uhr in Richtung Norden los. 1200 km in 24 Stunden. Die Landschaft, die ich mir in den letzten Tagen Stück für Stück erarbeitet habe zieht im Zeitraffer an mir vorbei. Für mich ist der Bus eine Zeitmaschine. Am nächsten Morgen um8 Uhr steige ich kurz vor der Grenze aus dem Bus. Ich fahre wieder Rad, es geht weiter nach Los Algodones, nach Yuma / CA über die Grenze. Anschließend radele ich über Gila Bend/ AZ noch zum Organ Pipe NP, dann gehts zügig nach Tucson, und ins Flugzeug nach Deutschland. Wieder einmal sind 4 schöne Wochen mit Freiheit und Abenteuer vergangen

Baja California 2005


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